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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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der  Bekleidung  (numerus  militum  caligatorum,  aus  Diocletian’s
Zeit)  1  oder  endlich  und  in  den  zahlreicheren  Fällen  nach  der
Nationalität.  Diese  wird  entweder  mit  einem,  dem  Volksnamen
bezeichnet  (numerus  Brittonum 2 ,  numerus  Caddarensium  vom
Jahre  225  3 ),  oder  mit  zweien,  indem  zum  Volksnamen  noch
ein  Gau-  oder  Stadtname  hinzutritt  (numerus  Brittonum  Nemaningensium
 J ,  numerus  Brittonum  Triputensium  5 ,  numerus
Dalmatarum  Divitensium 6 )  oder  endlich  es  wird  die  Art  der
Verwendung  mit  einem  Volks-  oder  Gaunamen  verbunden
(numerus  exploratorum  Bremenensium  7 ,  numerus  exploratorum
Divitensium  Antoninianorum 8 ,  numerus  Syrorum  sagittariorum)
 9 .
Aus  diesen  Beispielen  geht  hervor,  dass  das  Wort  militum ­
  in  den  Titel  nur  dann  aufgenommen  wird,  wenn  der  Zusatz ­
  adjectivisch  gebraucht  ist  (m.  frumentariorum,  caligatorum), ­
  dagegen  wegfällt,  wenn  Substantiva  im  Beisatze  Vorkommen ­
  (exploratorum  oder  Stammnamen  wie  Brittonum,  Dalmatarum, ­
  Syrorum).
Es  ist  nun  zunächst  zu  sehen,  ob  in  unsereu  Stämpeln
ein  erklärender  Zusatz  angedeutet  sei  und  dieser  ein  Substantivum
  oder  Adjectivum  enthalte.  Bei  den  Stämpeln  4  und  5
findet  sich  zum  Schlüsse  eine  Ligatur,  welche  Gaisberger  mit
RE  aufgelöst  und  auf  Retorum  statt  Raetorum  gedeutet  hat,
wonach  ein  numerus  rätischer  Soldaten  den  Bau  geführt  hätte.
Allein  es  liegt  keinerlei  Anlass  vor,  der  die  an  sich  wenig
wahrscheinliche  Schreibung  Re-  für  Rae-  vorauszusetzen  zwingen ­
  würde.  Die  Ligatur  kann  eben  so  gut  mit  ER  aufgelöst
werden  und  findet  genügende  Erklärung  als  die  Abkürzung
der  zweiten  Sylbe  des  Wortes  numerus.  Es  spricht  dafür  auch
der  Stämpel  1,  der  RI  am  Ende  zeigt;  wenngleich  das  I
undeutlich  ist,  lässt  es  sich  doch  aus  der  Anwendung  des  Ge-1
  Orelli-Henzen  3540.
2  A.  a.  0.  5781  aus  Neuwied.
3  A.  a.  O.  5271.
4  v.  Hcfner.  Röm.  Bayern  S.  30.  Aschaffenburg.
5  A.  a.  0.  S.  90.
G  Orelli-Henzen  3410.
7  A.  a.  O.  206.  Richester.
8  A.  a,  O.  6730.  Mainz.
8  C.  J.  L.  II.  1180.
            
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