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K e u n e r.
Die Fundstellen sind nach Aussage des Protokolls für
Stämpel 4 die Räume 2, 5, 39; für Stämpel 3, 6, 7 der
Raum 49. Andere Angaben fehlen; doch reichen die gegebenen
zur Schlussfolgerung hin, dass die Ziegel dieser Reihe
sowol in jenem Tracte verwendet wurden, welcher der ersten
Zerstörung durch Feuer anheimfiel, als auch in jenem, der
ebendamals verschont blieb, dass sie also nicht erst beim
Wiederaufbau des ersteren, sondern schon beim ursprünglichen
Baue beider Tracte als Materiale benützt wurden.
Die Stämpel 1 bis 6 haben alle im ersten Theile gleiche
Lettern, entweder NM oder NYM. Es ist wol kein Zweifel,
dass damit das Wort numerus angedeutet sei. Dies bezeichnet
ursprünglich das Verzeichniss, in welchem die Namen der Soldaten
eingeschrieben waren, in übertragener Bedeutung den
Soldatenstand als solchen. Als technischer Ausdruck wird er
für Unterabtheilungen von Cohorten, zunächst der Hilfsvölker,
schon im I. Jahrhundert angewendet. Doch ist weder die Zahl
der Soldaten, welche einen numerus ausmachten, noch das
Verhältniss zur Cohorte bestimmbar; vielleicht bestanden dafür
gar keine Vorschriften, sondern es mag dem Obercommandierenden
einer Provinz frei gestanden haben, grössere oder
kleinere Abtheilungen der Cohorten, die zu seinem Oberbefehl
gehörten, je nach den Forderungen der Nothwendigkeit, an
verschiedene Punkte seiner Provinz zu dislocieren, sei es zur
Bewachung von Grenzstrichen oder von Strassenzügen oder
wo sonst ein Ort strategische Wichtigkeit hatte.
Inschriftlich finden sich einzelne Beispiele aus dem II:,
noch mehr aus dem III. Jahrhundert. Wahrscheinlich war die
häufige Bedrohung der Grenzländer am Beginne der Völkerwanderung
die Ursache, dass im Laufe des III. Jahrhunderts
derartige Dislocierungen auch im Innern der Grenzprovinzen
öfter verfügt wurden. Wenigstens gewinnt der Ausdruck numerus
allmählich immer mehr Geltung und wird schliesslich
die geläufige Bezeichnung für das ältere Wort cohors.
Einzelne epigraphische Beispiele belehren uns über den
Bau des Titels dieser Abtheilungen. Zu dem Worte numerus
tritt auf Inschriften stets eine nähere Bezeichnung der Truppengattung,
aus der er besteht, sei es nach der Art der Verwendung
der Soldaten (numerus militum frumentariorum) oder