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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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K  e  u  n  e  r.

Die  Fundstellen  sind  nach  Aussage  des  Protokolls  für
Stämpel  4  die  Räume  2,  5,  39;  für  Stämpel  3,  6,  7  der
Raum  49.  Andere  Angaben  fehlen;  doch  reichen  die  gegebenen ­
  zur  Schlussfolgerung  hin,  dass  die  Ziegel  dieser  Reihe
sowol  in  jenem  Tracte  verwendet  wurden,  welcher  der  ersten
Zerstörung  durch  Feuer  anheimfiel,  als  auch  in  jenem,  der
ebendamals  verschont  blieb,  dass  sie  also  nicht  erst  beim
Wiederaufbau  des  ersteren,  sondern  schon  beim  ursprünglichen
Baue  beider  Tracte  als  Materiale  benützt  wurden.
Die  Stämpel  1  bis  6  haben  alle  im  ersten  Theile  gleiche
Lettern,  entweder  NM  oder  NYM.  Es  ist  wol  kein  Zweifel,
dass  damit  das  Wort  numerus  angedeutet  sei.  Dies  bezeichnet
ursprünglich  das  Verzeichniss,  in  welchem  die  Namen  der  Soldaten ­
  eingeschrieben  waren,  in  übertragener  Bedeutung  den
Soldatenstand  als  solchen.  Als  technischer  Ausdruck  wird  er
für  Unterabtheilungen  von  Cohorten,  zunächst  der  Hilfsvölker,
schon  im  I.  Jahrhundert  angewendet.  Doch  ist  weder  die  Zahl
der  Soldaten,  welche  einen  numerus  ausmachten,  noch  das
Verhältniss  zur  Cohorte  bestimmbar;  vielleicht  bestanden  dafür ­
  gar  keine  Vorschriften,  sondern  es  mag  dem  Obercommandierenden
  einer  Provinz  frei  gestanden  haben,  grössere  oder
kleinere  Abtheilungen  der  Cohorten,  die  zu  seinem  Oberbefehl
gehörten,  je  nach  den  Forderungen  der  Nothwendigkeit,  an
verschiedene  Punkte  seiner  Provinz  zu  dislocieren,  sei  es  zur
Bewachung  von  Grenzstrichen  oder  von  Strassenzügen  oder
wo  sonst  ein  Ort  strategische  Wichtigkeit  hatte.
Inschriftlich  finden  sich  einzelne  Beispiele  aus  dem  II:,
noch  mehr  aus  dem  III.  Jahrhundert.  Wahrscheinlich  war  die
häufige  Bedrohung  der  Grenzländer  am  Beginne  der  Völkerwanderung ­
  die  Ursache,  dass  im  Laufe  des  III.  Jahrhunderts
derartige  Dislocierungen  auch  im  Innern  der  Grenzprovinzen
öfter  verfügt  wurden.  Wenigstens  gewinnt  der  Ausdruck  numerus ­
  allmählich  immer  mehr  Geltung  und  wird  schliesslich
die  geläufige  Bezeichnung  für  das  ältere  Wort  cohors.
Einzelne  epigraphische  Beispiele  belehren  uns  über  den
Bau  des  Titels  dieser  Abtheilungen.  Zu  dem  Worte  numerus
tritt  auf  Inschriften  stets  eine  nähere  Bezeichnung  der  Truppengattung, ­
  aus  der  er  besteht,  sei  es  nach  der  Art  der  Verwendung ­
  der  Soldaten  (numerus  militum  frumentariorum)  oder
            
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