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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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K  enner.

des  Weisskupferdenars  stattfanden  und  damals  der  Billondenar
eine  werthvolle  Münze  darstellte,  auch  zumeist  aus  eben  diesem ­
  Grunde  aus  dem  Verkehre  gezogen  und  vergraben  worden ­
  war.  Es  mögen  dabei  auch  Silberdenare  älterer  Zeit  in
die  Hände  der  Nachforschenden  gelangt  und  aufgelesen  worden ­
  sein,  so  dass  es  nur  ein  Zufall  ist,  wenn  damals  von  letzteren ­
  16  Stücke,  von  Billondenaren  ein  Stück  den  Suchenden
entgieng,  und  erst  in  Folge  der  neueren  Aufgrabungen  zu
Tage  kamen.
Die  Ergebnisse,  zu  denen  die  Untersuchung  der  Fundmünzen ­
  von  Windischgarsten  führte,  bestehen  also,  um  sie  kurz
zusammenzufassen,  in  Folgendem.  Jene  der  ältesten  Gruppe
deuten  nach  ihrer  Sortenmischung  auf  das  Courant,  wie  es  in
der  Zeit  des  K.  Alexander  Severus  bestand,  und  bestätigen,
eben  weil  sie  die  ältesten  Münzen  in  der  mansio  von  Ernolatia
sind,  dass  deren  Erbauung  in  die  Epoche  dieses  Kaisers  falle.
Die  zweite  Gruppe  weist  nach  der  Zahl  der  einzelnen  Posten
und,  da  an  einen  Schatz  nicht  zu  denken  ist,  auf  ein  Ereigniss,
welches  in  der  zweiten  Hälfte  des  III.  Jahrhunderts  in  unserer
mansio  eine  Flüchtling  der  Einwohner  und  den  Verlust  einer  beträchtlichen ­
  Menge  von  Münzen  in  grösseren  Beträgen  veranlasste.
  Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  mit  diesem  Ereigniss  die  erste
Zerstörung  der  mansio  zusammenhängt.  Bei  deren  Wiedererbauung ­
  wurde  das  werthhaftere  in  früherer  Zeit  verstreute
Geld  sorgfältig  aufgelesen,  weshalb  sowol  der  Silberdenar  in
der  ersten  Gruppe,  als  auch  der  Billondenar  der  nächstfolgenden ­
  25  Jahre  so  spärlich  vertreten  sind.  Im  IV.  Jahrhundert
endlich  bestand  die  mansio  mindestens  noch  bis  378  fort,  doch
lässt  sich  aus  der  Abnahme  der  Zahl  der  Münzen  in  der  dritten ­
  Gruppe  schliessen,  dass  in  dieser  Zeit  die  Lebhaftigkeit
des  Verkehres,  wenigstens  in  Ernolatia  und  im  Vergleich  zur
früheren  Zeit  bedeutend  abgenommen  habe.
Zu  den  redenden  Denkmälern  gehören  ferner  die  Bruchstücke ­
  von  Ziegeln  und  Gefässen,  welche  Stämpel  und
eingeritzte  Schriftzeichen  tragen.
Die  Ziegelstämpel  beziehen  sich  nur  auf  Truppenkörper, ­
  nicht  auf  Privatfirmen;  sie  thoilen  sich  nach  ersteren
und  bezeichnender  Weise  zugleich  nach  den  Fundstellen  in
zwei  Reihen.
            
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