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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

So  schlecht  sie  in  technischer  Beziehung 1  auch  hergestellt
waren,  lässt  sich  doch  nicht  denken,  dass  schon  eine  zehn-,  selbst
eine  zwanzigjährige  Circulation  sie  in  diesen  Zustand  gebracht
hätte;  es  ist  daher  sehr  wahrscheinlich,  dass  sie  noch  über  die
Zeit  Diocletian’s  hinaus  im  Verkehre  waren.  Ein  zweiter
Grund,  welcher  ebendafür  spricht,  ist  die  auffallend  geringe
Zahl,  in  der  die  Münzen  des  IV.  Jahrhunderts  im  Funde  vertreten ­
  sind.  Obwol  sie  mindestens  bis  Valens  (f  378)  hinabreichen, ­
  sind  nur  16  Stücke  aus  diesem  Jahrhundert  vorhanden, ­
  von  denen  6  dem  Anfänge  desselben  angehören  und  3
unbestimmbar  sind.  Um  so  auffallender  ist  dies,  als  sonst
gerade  in  den  Funden  unserer  Länder  die  Münzen  aus  Constantin’s
  des  Grossen  und  seiner  Söhne  Zeit  sich  sehr  zahlreich
zeigen.  Es  wird  daraus  geschlossen  werden  müssen,  dass  jene
60  unbestimmten  Weisskupferdenare  (aus  der  Epoche  von  260  bis
270)  also  beinahe  ein  Viertel  der  gesammten  Zahl  der  letzteren
als  niedriges  Scheidegeld  bis  -tief  hinein  in  das  IV.  Jahrhundert
vielleicht  noch  länger  umgelaufen  und  erst  sehr  spät  in  dem
aufgegrabenen  Gebäude  verloren  worden  seien,  wonach  die
Zahl  der  aufs  IV.  Jahrhundert  entfallenden  Münzen  sich  auf
70  bis  80  stellen  würde.
Da  diese  eben  besprochenen  Münzen  die  dritte  Gruppe
in  unserem  Funde  ausmachen,  sind  nur  noch  zwei  merkwürdige ­
  Erscheinungen  an  den  Münzen  von  Windischgarsten  zu  betrachten, ­
  welche  das  Verhältniss  ihrer  Anzahl  innerhalb  einer
jeden  Gruppe  darbietet;  die  erste  über  Alexanders  Regierung,
13  Jahre  (222—235),  ausgedehnt  zeigt  mit  Einschluss  der  einen
unbestimmbaren  Grossbronze  51  Stücke;  die  zweite  aus  mindestens ­
  27  Jahren  (260—287)  249,  die  dritte  aus  91  Jahren
(287  —  378)  76  Stücke.  Ueberdies  sind  die  erste  und  zweite
Gruppe  durch  einen  Zwischenraum  von  25  Jahren  getrennt
(235—260),  aus  welchem  nur  der  eine  Billondenar  von  Gordianus
  zu  Tage  gekommen  ist.
Bei  der  Vergleichung  dieser  Zahlen  ist  der  schon  nachgewiesene ­
  Umstand  festzuhalten,  dass  die  Münzen  nicht  Bestandtheile
  eines  Schatzes,  sondern  dass  sie  zufällig  in  die
Erde  gelangt  sind,  sei  es  durch  Unvorsichtigkeit  des  Besitzenden, ­
  oder  durch  Ereignisse,  welche  jede  Vorsicht  fruchtlos
machten.  Das  erstere  wird  im  Durchschnitt  so  ziemlich  zu
            
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