Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

462

Könner.

Nothwendig  musste  diese  Massregel  das  früher  aus  dem  Verkehr ­
  gezogene  oder  vergrabene  Grosskupfer  wieder  hervorlocken, ­
  zumal  als  die  meisten  dieser  Stücke  in  Folge  ihrer
Circulation  ohnehin  an  Gewicht  verloren  hatten.  Dieses  Symptom ­
  stimmt  also  gleichfalls  vollkommen  zur  Zeit  des  K.  Alexander ­
  Severus.
Endlich  ist  noch  festzuhalten,  dass  alle  diese  Münzen
vor  217  nicht  in  das  aufgegrabene  Gebäude  gelangt  sein  können; ­
  das  Itinerarium  Antoninianum,  welches  die  Eintheilung
der  Mansionen  für  die  Epoche  der  K.  Septimius  Severus  und
Caracalla  darstellt,  nennt  Ernolatia  gar  nicht,  damals  hat  also
in  diesem  Orte  eine  mansiö  nicht  bestanden.  Auch  eine  mutatio
  nicht.  Denn  nach  der  damaligen  Eintheilung  der  Tagereisen ­
  und  bei  dem  Umstande,  dass  eine  mutatio  regelmässig
in  der  Hälfte  des  Weges  zwischen  zwei  Nachtherbergestationen
angelegt  war,  entfiel  für  die  betreffende  Strecke  Gabromago—
Tutatione  die  Wechselstelle  nicht  auf  Windischgarsten  (Ernolatia), ­
  sondern  auf  Spital  am  Pirn  (Pirodunum?)'.  Andererseits ­
  zeigt  die  ältere  Gruppe  noch  Münzen  von  Alexander
Severus  und  Erscheinungen,  die  nur  in  der  Regierung  dieses
Kaisers  erklärbar  sind.  Es  müssen  also  die  Münzen  dieser
Gruppe  zwischen  217  und  235  in  unsere  mansio  gelangt  sein,
was  in  dem  grösseren  Theile  dieser  Zeit  mit  Alexander’s  Regierung ­
  zusammentrifft  (222—235),  dem  aus  anderen  Gründen
die  Erbauung  der  mansio  schon  oben  zugeschrieben  wurde;
sie  mögen  fheils  beim  Baue  der  mansio  selbst,  theils  in
der  nächstfolgenden  Zeit  einzeln  verloren  und  verstreut  worden ­
  sein.
Die  zweite  jüngere  Gruppe  von  Gallienus  bis  zur  Münzreform ­
  Diocletians  (für  Silber  zwischen  287  und  292,  für
Kupfer  zwischen  296  und  301)  reichend,  zum  Theile  also  noch
Maximianus  Herculeus  einschliessend,  erstreckt  sich  durch  die
Zeit  von  27  Jahren  (260  bis  287,  Post  24—38  einschliesslich)
und  enthält  den  bei  weitem  grössten  Theil  der  Fundmünzen,  309
Stücke,  lauter  sog.  Weisskupferdenare,  ohne  Beimischung  einer
andern  Sorte.  Der  Billondenar,  wie  gesagt,  seit  Gordianus  in
1  Vgl.  den  1.  Theil  dieser  Untersuchung  Sitzungsber.  Bd.  71,  S.  367  (13)
und  379  (25).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.