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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisek-Garsten.

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sich  trotz  ihres  grösseren  Feingehaltes  mit  den  jüngeren  Denaren ­
  mischen  konnten.
Im  Jahre  215  gab  K.  Caracalla  das  erste  Billongeld
aus,  eine  grössere  Sorte  von  Creditgeld  in  Silber  mit  seinstarker
  Legierung,  bekanntlich  durch  die  Strahlenkrone  an  den
Köpfen  der  Kaiser  und  den  Halbmond  an  denen  der  Kaiserinnen ­
  kennbar.  Er  selbst  sowie  seine  Nachfolger  Macrinus
und  Elagabalus  schlugen  diese  Billonmünzen  in  geringerer
Anzahl,  so  dass  nach  dem  Bestand  der  Funde  ungefähr  auf
20  Silber-  1  Billondenar  entfällt.  In  der  nächstfolgenden  Zeit
unter  Alexander  Severus  und  Maximinus  Thrax  wurde  die
Präge  dieser  Münzsorte  gänzlich  eingestellt;  hingegen  kehrten
des  Letzteren  Nachfolger  Balbinus,  Pupienus,  Gordianus  u.  s.  w.
wieder  zum  Billongelde  zurück  und  schlugen  fast  nur  Billon-,
keine  Silberdenare.  Sofort  verschwinden  die  werthvolleren
Silberdenare  aus  dem  Verkehre.  Wenn  also  in  der  älteren
Gruppe  Billondenare  der  Zeit  vor  Alexander  Severus  nicht
erscheinen,  so  kann  dies  nicht  überraschen;  nach  dem  Verhältniss,
  in  welchem  damals  Silber-  und  Billondenare  ausgegeben ­
  wurden,  und  da  nur  16  der  ersteren  Gattung  sich  fanden, ­
  hat  es  nichts  Befremdliches  an  sich,  dass  der  Billondenar
gänzlich  fehlt.  Bezeichnend  aber  ist  es,  dass  überhaupt  noch
sechzehn  Silberdenare  in  dieser  Gruppe  Vorkommen,  sie  müssen, ­
  wenigstens  der  grossen  Mehrzahl  nach,  in  unser  Gebäude
gelangt  sein,  noch  bevor  in  Folge  der  reichlichen  Emission
der  Billondenare  das  Silbergeld  aus  dem  Verkehre  verschwunden ­
  war,  d.  h.  vor  der  Regierung  des  K.  Gordianus  (238—244).
Schon  vor  Septimius  Severus,  unter  K.  Commodus,  als
die  Sesterzenpräge  stockte,  begann  man  diese  grossen  Kupferstücke ­
  zu  vergraben,  weil  nach  der  damaligen  Beschaffenheit
des  Feingehaltes  der  Denare  vier  Sesterzstücke  schon  einen
grösseren  relativen  Werth  repräsentierten  als  ein  Denar.  Wenn
nun  nicht  blos  ältere  Gross-  und  Mittelbronzen,  sondern  auch
solche  aus  dem  III.  Jahrhundert  sich  in  Windischgarsten  fanden, ­
  so  ist  die  Ursache  davon  gewiss  in  dem  Vorgehen  des
K.  Alexander  Severus  zu  suchen,  welcher  dem  im  Credit  gesunkenen ­
  Silberdenar  dadurch  aufzuhelfen  suchte,  dass  er  zwar
etwas  leichtere,  aber  sehr  sorgfältig  geprägte  Sesterze  (von  5 / (i
statt  einer  Unze  im  Gewicht)  in  grossen  Mengen  ausgab.
            
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