Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Kenner.

460
auf  dem  nun  mauerfreien  Boden  zwischen  der  Secbacherstrasso
und  den  Räumen  1  —  10.  Hier,  wo  die  besser  ausgestatteten
Wohnräume  standen,  wurden  die  meisten  Münzen,  mehr  als
die  Hälfte,  gefunden.  Auch  die  Verschiedenheit  der  Sorten
spricht  gegen  die  Auffassung  eines  Schatzes;  es  fanden  sich,
wie  noch  gezeigt  werden  wird,  Münzen  der  ältesten  Kaiserzeit
neben  solchen  der  späteren  Verfallzeit,  in  der  jene  lange  nicht
mehr  circulierten,  und  überdies  erstere  in  einer  so  geringen
Anzahl,  dass  eine  Sortentrennung  des  etwa  angesammelten
Geldes,  wie  sie  in  anderen  Funden  vorkommt,  hier  nicht
denkbar  ist.
Die  Münzen  müssen  also  zufällig  in  den  Erdboden  gelangt ­
  sein,  sei  es  dass  sie  einzeln  verstreut  oder  in  grösseren
Beträgen  als  der  Inhalt  von  Beuteln,  Taschen,  Büchsen  u.  dgl.
verloren  wurden.  Darum  dürfen  sie  auch  nicht  als  Repräsentanten ­
  des  Courants  einer  bestimmten  Epoche,  sondern
müssen  als  das  mehrerer  aufgefasst  werden.  Wir  theilen  sie
zum  Zwecke  der  Prüfung  in  drei  durch  Veränderungen  im
römischen  Münzwesen  selbst  unterschiedene  Gruppen  '.
Die  erste  und  älteste  bis  auf  den  Schluss  der  Regierung
des  K.  Alexander  Severus  herabreichend  (im  Verzeichnisse
Post  1  bis  22  inclusive)  spiegelt  das  Courant  aus  dem  ersten
Drittel  des  III.  Jahrhunderts.  Unter  Septimius  Severus  war  der
Silberdenar  auf  nahezu  50  Percent  Feingehalt  herabgegangen.
Damals  verschwanden  die  älteren  besseren  Denare  aus  dem
Verkehre  mit  Ausnahme  derjenigen,  welche  durch  eine  vieljährige
  Circulation  soviel  von  ihrem  Gewichte  verloren  hatten,
dass  sie  sich  neben  den  schlechteren  Denaren  des  Septimius
Severus  im  Verkehre  erhielten.  Eben  diese  Erscheinung  stellt
sich  in  der  älteren  Gruppe  dar.  Von  den  16  Denaren,  die  sie
enthält,  stammen  9  aus  dem  ersten  Drittel  des  III.  Jahrhunderts; ­
  die  übrigen  7  aus  dem  I.  und  II.  Jahrhundert  sind,  die
jüngste  durch  einen  Zwischenraum  von  mindestens  23  Jahren,
die  älteste  durch  einen  solchen  von  mindestens  114  Jahren
getrennt,  d.  h.  sie  waren  zwischen  23  und  114  Jahren  im
Cours  und  hatten  dadurch  soviel  an  Gewicht  verloren,  dass  sie

>  Ueber  die  Darstellung  dieser  Veränderungen  vgl.  Th.  Mommsen  beschichte ­
  des  römischen  Münzwesens 1  an  den  betreffenden  Stellen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.