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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

man  Pferde,  Maulthiere  nnd  Rinder,  welche  brauchbar  und
tüchtig-  genug-  waren,  die  Strapazen  der  Flucht  mitzumachen,
mit  sich  getrieben,  alte  und  kranke  Thiere  aber  frei  gelassen;
diese  mögen  Nahrung  suchend  in  dem  verlassenen  Gebäude
herumgeirrt  und  beim  Brande  umgekommen  oder  auch  von
den  einfallenden  Feinden  geschlachtet  worden  sein.  Endlich
steht  noch  das  nebensächliche  Factum  fest,  dass  man  beim
Eintritte  der  zweiten  Katastrophe  eben  mit  Bauarbeiten  beschäftigt ­
  war,  wie  der  unbehauene  Stein  und  der  ungelöschte
Kalk  beweisen,  den  man  vorfand.  Es  muss  also  diese  Katastrophe ­
  in  der  milderen  Jahreszeit,  in  der  man  Bauarbeiten
auszuführen  pflegt,  erfolgt  sein,  wofür  auch  der  schon  bemerkte ­
  Umstand  spricht,  dass  die  Mündung  des  praefurnium
(44)  leicht  verlegt  war,  was  zur  Zeit  des  Sommers  geschah.

Es  ist  von  den  Fundobjecten,  um  nun  von  diesen  zu
sprechen,  leider  nicht  angegeben,  welche  von  ihnen,  soweit  die
Stelle  der  Auffindung  bekannt  ist,  in  der  oberen  und  welche
in  der  unteren  Culturschicht  getroffen  wurden,  mit  einziger  Ausnahme ­
  der  Fragmente  von  Gefässen  aus  terra  sigillata.  Daher
muss  vorläufig  die  Thatsaclie  einer  zweimaligen  Zerstörung
festgehalten  und  damit  im  weiteren  Verlaufe  der  Untersuchung
der  zeitliche  Charakter  der  Fundobjecte  verglichen  werden.
Von  ihnen  sollen  die  redenden  vorausstehen,  d.  h.
jene,  welche  Inschriften  und  Schriftzeichen  tragen.  Die  anderen, ­
  welche  keine  prägnanten  Merkmale  für  die  Zeitbestimmung ­
  darbieten,  werden  zum  Schlüsse  in  kurzer  Beschreibung
angefügt.  Zu  ersteren  gehören  die  Münzen,  die  Ziegel  und
Gefässe  mit  Stämpeln  und  solche,  die  ab  und  zu  auch  mit
eingeritzten  Schriftzeichen  versehen  sind.
Die  aufgefundenen  Münzen,  378  an  der  Zahl,  sind  nebenan ­
  übersichtlich  zusammengestellt  auf  Grundlage  einer
überaus  sorgfältigen  und  mit  Sachkenntniss  ins  Detail  eingehenden ­
  Beschreibung,  welche  der  Referent  für  Numismatik  im
Museum  Francisco-Carolinum,  Herr  Joseph  von  Kolb  —  den
Fachmännern  als  Specialist  für  die  Münzen  der  Kaiser  Tacitus
  und  Florianus  bekannt  —  abgefasst  hat.
            
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