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Kenner.
thierarzt Herr Würzl einer sorgfältigen Untersuchung unterzog.
Es sind darunter Schneidezähne von Rindern, Ziegen
und Schafen, Hauer von grossen und kleinen Ebern, Backenzähne
von Schweinen, Wirbelknochen, Rippen, Schenkel- und
Schulterknochen von grossen und kleinen Wiederkäuern, zumal
aber sehr viele Schneide- und Backenzähne sowie Backenknochen
von Einhufern (Pferde und Esel) erkannt worden.
Wie das Protokoll bemerkt, fanden sich zahlreiche von den
letzteren in fast allen Räumen der südlichen Hälfte des Gebäudes,
also dort, wo die Wohnräume und Badeanlagen waren
; ein südlich von 46 gefundener Schädel zerfiel sofort, als
er an die Luft kam; auch von den Fragmenten eines andern
Schädels spricht das Protokoll, welcher vermuthlich einem
Kinde angehörte. Wahrscheinlich waren diese Bruchstücke zu
unbedeutend, um bei der fachmännischen Untersuchung in
Betracht gezogen zu werden.
Aus diesen Erscheinungen lässt sich mit Bestimmtheit
folgern, dass der ursprüngliche Bau zu irgend einer Zeit von
einer Feuersbrunst heimgesucht wurde, welche, soweit die gemachten
Angaben einen Schluss gestatten, den östlichen Tract
und die hinter ihm gegen Norden liegenden Wirthschaftsgebäude
vollkommen zerstörte, so dass nur das nackte Mauerwerk
stehen blieb; so in den Räumen 20 bis 29, während in
den Räumen 1—15 auch die Mauern scheinen sehr stark beschädigt
worden zu sein, weshalb sie in diesem Theile später
neu errichtet werden mussten, wozu man ein rohes Materiale
(Kugelsteine) verwendete. Ueberhaupt scheint man die Restauration
eilfertig betrieben zu haben; man räumte den beim
Brande herabgefallenen Schutt nicht weg, sondern stampfte
ihn wol nur stellenweise zusammen, um ein gleiches Niveau
herzustellen und legte darüber einen neuen Boden von Lehm
und in diesen stellenweise gegossenen Estrich oder Ziegelplatten.
Dagegen ist das Männerbad mit den nächst anliegenden
Räumen, also die Gruppe 31 bis 50 von dem Brande nicht
so hart mitgenommen, wenigstens nicht zerstört worden. Allerdings
zeigen sich an einzelnen Pfeilern des Hypocaustums
Kugelsteine neben Kalkschieferquadern verwendet, woraus auf
eine Ausbesserung der Pfeiler in späterer Zeit zu scliliessen