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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

thierarzt  Herr  Würzl  einer  sorgfältigen  Untersuchung  unterzog. ­
  Es  sind  darunter  Schneidezähne  von  Rindern,  Ziegen
und  Schafen,  Hauer  von  grossen  und  kleinen  Ebern,  Backenzähne ­
  von  Schweinen,  Wirbelknochen,  Rippen,  Schenkel-  und
Schulterknochen  von  grossen  und  kleinen  Wiederkäuern,  zumal
aber  sehr  viele  Schneide-  und  Backenzähne  sowie  Backenknochen ­
  von  Einhufern  (Pferde  und  Esel)  erkannt  worden.
Wie  das  Protokoll  bemerkt,  fanden  sich  zahlreiche  von  den
letzteren  in  fast  allen  Räumen  der  südlichen  Hälfte  des  Gebäudes, ­
  also  dort,  wo  die  Wohnräume  und  Badeanlagen  waren ­
  ;  ein  südlich  von  46  gefundener  Schädel  zerfiel  sofort,  als
er  an  die  Luft  kam;  auch  von  den  Fragmenten  eines  andern
Schädels  spricht  das  Protokoll,  welcher  vermuthlich  einem
Kinde  angehörte.  Wahrscheinlich  waren  diese  Bruchstücke  zu
unbedeutend,  um  bei  der  fachmännischen  Untersuchung  in
Betracht  gezogen  zu  werden.
Aus  diesen  Erscheinungen  lässt  sich  mit  Bestimmtheit
folgern,  dass  der  ursprüngliche  Bau  zu  irgend  einer  Zeit  von
einer  Feuersbrunst  heimgesucht  wurde,  welche,  soweit  die  gemachten ­
  Angaben  einen  Schluss  gestatten,  den  östlichen  Tract
und  die  hinter  ihm  gegen  Norden  liegenden  Wirthschaftsgebäude
  vollkommen  zerstörte,  so  dass  nur  das  nackte  Mauerwerk ­
  stehen  blieb;  so  in  den  Räumen  20  bis  29,  während  in
den  Räumen  1—15  auch  die  Mauern  scheinen  sehr  stark  beschädigt ­
  worden  zu  sein,  weshalb  sie  in  diesem  Theile  später
neu  errichtet  werden  mussten,  wozu  man  ein  rohes  Materiale
(Kugelsteine)  verwendete.  Ueberhaupt  scheint  man  die  Restauration ­
  eilfertig  betrieben  zu  haben;  man  räumte  den  beim
Brande  herabgefallenen  Schutt  nicht  weg,  sondern  stampfte
ihn  wol  nur  stellenweise  zusammen,  um  ein  gleiches  Niveau
herzustellen  und  legte  darüber  einen  neuen  Boden  von  Lehm
und  in  diesen  stellenweise  gegossenen  Estrich  oder  Ziegelplatten. ­

Dagegen  ist  das  Männerbad  mit  den  nächst  anliegenden
Räumen,  also  die  Gruppe  31  bis  50  von  dem  Brande  nicht
so  hart  mitgenommen,  wenigstens  nicht  zerstört  worden.  Allerdings ­
  zeigen  sich  an  einzelnen  Pfeilern  des  Hypocaustums
Kugelsteine  neben  Kalkschieferquadern  verwendet,  woraus  auf
eine  Ausbesserung  der  Pfeiler  in  späterer  Zeit  zu  scliliessen
            
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