Die Ausgrabungen in Windiscli-Garsten.
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Bisher sind die einzelnen Fundobjecte, welche bei den
Ausgrabungen von Windischgarsten zu Tage kamen, nur in
so ferne genannt worden, als der Platz ihrer Auffindung —
was nur bei wenigen der Fall war — angegeben ist und als
sie für die Erkenntniss der einstigen Bestimmung einzelner
Räume wichtig sind. Auch sind einige Erscheinungen, die sich
zeigten und die mit der Feststellung des ursprünglichen
Zweckes der Bauanlagen nichts zu thun haben, wol aber für
die Geschichte derselben von Belang sind, übergangen worden.
Es handelt sich nun mehr darum, diese Erscheinungen
und die Fundobjecte einer Untersuchung zu unterziehen, um
zu einem Ergebnisse über die Schicksale der mansio zu gelangen
und dabei zu sehen, ob die Merkmale der mitgefundenen
Objecte mit der oben angegebenen Bestimmung der Zeit
ihrer ersten Erbauung im Einklänge stehen oder nicht.
Die wichtigste Erscheinung zeigte sich an der Ostseite
des Gebäudes, d. i. in den Räumen 1—30; man fand hier zwei
Culturschichten: zu oberst eine 6 Zoll starke gute Ackerkrume,
unter dieser eine Schicht von Steinen und Mörtel,
welche 3 Zoll mächtig war, auf diese wieder folgte Lehm, 2 Fuss
tief. Diese Culturschiclit, die jüngere, ist also 2 Fuss 9 Zoll
stark; in der Tiefe von 1 '/ 2 Fuss fand man die meisten Münzen,
von welchen noch die Rede sein wird. Unter der Lehmschicht
fand sich eine zweite ältere Culturschiclit; sie zeigte zu oberst
eine 1 , / 2 Zoll starke Lage von Holzkohlen, dann Mörtel und
Mauerschutt mit Bruchstücken von Gefässen aus terra sigillata.
Ebenso kamen im Raume 62 die oben genannten Eisenschuhe
zur Schonung der Hufe von Maulthieren unterhalb des
Steinpflasters, das man dort fand, zum Vorschein.
Damit lässt sich verbinden, dass, wie gleichfalls schon
bemerkt wurde, im Raume 46 ein sehr grosser noch völlig
unbehauener Stein angetroffen wurde; nahe bei dem langgestreckten
Reste eines Estrichbodens, der vom Raume 38
gegen die Umfassungsmauer sich hinzieht, fand man etwa
3'/, Fuss gelöschten Ivalkes, ungefähr die Ladung eines Schiebkarrens
voll. Auch gehört es hieher, dass man nach den beim
Baue verwendeten Gesteinarten und der ungleichen Bauart der
Hypocausten zwei Bauperioden unterscheiden kann. Endlich
wurden viele thierische Ueberreste gefunden, welche der Landes-