Die Ausgrabungen in Windisch-Garsten.
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der Sache begründeten und thatsächlich constant beobachteten
Regel kehrte man die Fronte der Castelle gegen jene Seite
hin, woher ein Angriff des Feindes zunächst erwartet werden
konnte. Dies kann für Windischgarsten nur die Nordwestseite
gewesen sein, indem das von Bergen umschlossene Thal nur
von dieser Seite einen Zugang aus den Donaugegenden hatte;
es mündet hier die schon öfter besprochene Bergschlucht, die
über Tutatio (Klaus) in das Alpenvorland und die Stromebenen
hinausführt. Die transdanubianischen Germanen, welche von
der Donau aus vordrangen und den Uebergang über den Pirn
gewinnen wollten, konnten zu diesem nicht anders gelangen,
als durch jenen Pass, sie mussten das Castell von Ernolatia
im Nordwesten angreifen, seine Fronte musste also eben dahin
gerichtet sein.
Es war aber kurz vorher die Rede davon, dass die
Fronte des Gebäudes, welchem unsere Ausgrabungen angehören,
vielmehr nach Südwesten gerichtet war. Auch würden ja,
wenn man gleich annehmen wollte, dass die Nebenbauten nicht
hinter, sondern an der Seite des Gebäudes gestanden hätten,
dass mithin dessen Fronte nicht nach Südwesten, sondern nach
Nordwesten, in der Richtung der Strasse nach Seebach, gerichtet
gewesen wäre, das aufgegrabene Gemäuer also doch
dem Castelle hätte angehören können, — es würden in diesem
Falle die Wirthschaftsgebäude mit ihrem hölzernen Oberbau
nahe an die Fronte zu stehen gekommen, folglich den
Schleuderbränden der Feinde auch zunächst ausgesetzt gewesen
sein. Dies ist ganz undenkbar; schon das ist durchaus
unwahrscheinlich, dass man so ausgedehnte Räume, die mit
dem Zwecke des Castelles in keiner directen Verbindung stehen,
in dieses selbst verlegt haben sollte.
Endlich was sollte wol in einem Castelle eine zweifache
Badeanlage, von der obendrein die eine, wie nach den Fundobjecten
zu schliessen ist, für Frauen bestimmt war.
Die Existenz eines Castelles in Ernolatia steht allerdings
ausser Zweifel, nur muss es auf einem andern Platze, als welchen
die Ausgrabungen einnehmen, gesucht werden. Es ist
nun nicht die Aufgabe dieser Untersuchung, den wahrscheinlichsten
Platz desselben anzugeben. Aber so viel sei noch bemerkt,
dass das ausgegrabene Gebäude mit der nach Nord-