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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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Es  ist  nicht  schwer,  in  diesen  Resten  die  ehemaligen
Wirtschaftsgebäude  zu  erkennen,  welche  zur  römischen  Ansiedlung ­
  gehörten,  in  56  etwa  eine  Scheune,  die  Getreide  und
Futtervorräthe,  sowie  leicht  brennbare  Geräthe  enthielt  und
daher  isoliert  blieb,  während  in  62  und  seinen  Nebenräumen
die  Stallungen,  Remisen,  Werkstätten  und  Wohnräume  der
dazugehörigen  Diener  und  Knechte  sich  befanden.  —
Dass  beide  Bauanlagen  zusammengehörten,  beweist  zunächst ­
  der  Umstand,  dass  aus  dem  Raume  56  eine  Mauer
zwischen  die  Räume  34  und  37  der  südlichen  Hälfte  hineinreicht. ­
  Auch  ist  die  Richtung  der  Haupt-  und  Quermauern  in
der  nördlichen  Hälfte  zwar  nicht  durchaus  parallel  zu  jener
der  entsprechenden  Mauern  in  der  südlichen;  die  ersteren
stehen  mehr  gegen  Südwesten,  die  letzteren  mehr  gegen  Süden.
Doch  ist  im  Ganzen  und  Grossen  die  Richtung  der  Räume  in
der  einen  Hälfte  dieselbe  wie  in  der  andern;  schon  auf  den
ersten  Blick  betrachtet  man  beide  Anlagen  als  zusammengehörig, ­
  als  ein  Hauptgebäude  mit  den  dazugehörigen  Nebenhauten. ­
  Da  die  letzteren  nach  einem  allgemein  befolgten  Gebote ­
  der  Schönheit  und  des  Anstandes  in  den  Rücken  des  Hauptgebäudes ­
  verlegt  werden,  darf  man  mit  Sicherheit  annehmen,
dass  auch  für  diese  Anlage  die  Fronte  gegen  Südwesten  gerichtet
und  in  ihrer  Mitte  der  Haupteingang  angeordnet  gewesen  sei.
ln  der  That  ist  der  Zwischenraum  zwischen  dieser  und  der
Umfassungsmauer  vier  Klafter  weit,  so  dass  eine  bequeme
Zufahrt  möglich  war.  Der  ganze  Baucomplex  hatte  also  seiner
Axe  zufolge  eine  Richtung  von  Südwest  gegen  Nordost.
Von  den  Vorkommnissen  an  jenen  Theilen,  die  von  dem
aufgegrabenen  Complexe  mehr  oder  minder  entferntliegend  hie
und  da  Mauerspuren  zeigten,  ist  nur  wenig  zu  melden.  Im  aufgegrabenen ­
  Terrain  zwischen  dem  Hafnerkreuz  und  den  Räumen ­
  47  bis  50  fand  man  nach  dem  Protokolle  Kohlen,  Scherben
grosser  Thongefässe  und  einen  Bronzekegel.  In  dem  grossen  leeren ­
  Raume  südwärts  vom  Männerbade  kamen  zwei  kleine  Thonlampen, ­
  dann  bei  80  ein  grosses  Thongefäss  und  etwa  3  V 2
Fuss  gelöschten  Kalkes,  ferner  am  Ende  des  langen  Versuchsgraben ­
  im  Osten,  nördlich  von  der  im  Plane  mit  79  bezeichneten
  Stelle,  wo  keine  Mauern  standen,  Scherben  aus  terra
sigillata  und  Holzkohlen  zu  Tage.  Auf  dem  Weberfelde,
            
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