Die Ausgrabungen in Windisch-Garsten.
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Es ist nicht schwer, in diesen Resten die ehemaligen
Wirtschaftsgebäude zu erkennen, welche zur römischen Ansiedlung
gehörten, in 56 etwa eine Scheune, die Getreide und
Futtervorräthe, sowie leicht brennbare Geräthe enthielt und
daher isoliert blieb, während in 62 und seinen Nebenräumen
die Stallungen, Remisen, Werkstätten und Wohnräume der
dazugehörigen Diener und Knechte sich befanden. —
Dass beide Bauanlagen zusammengehörten, beweist zunächst
der Umstand, dass aus dem Raume 56 eine Mauer
zwischen die Räume 34 und 37 der südlichen Hälfte hineinreicht.
Auch ist die Richtung der Haupt- und Quermauern in
der nördlichen Hälfte zwar nicht durchaus parallel zu jener
der entsprechenden Mauern in der südlichen; die ersteren
stehen mehr gegen Südwesten, die letzteren mehr gegen Süden.
Doch ist im Ganzen und Grossen die Richtung der Räume in
der einen Hälfte dieselbe wie in der andern; schon auf den
ersten Blick betrachtet man beide Anlagen als zusammengehörig,
als ein Hauptgebäude mit den dazugehörigen Nebenhauten.
Da die letzteren nach einem allgemein befolgten Gebote
der Schönheit und des Anstandes in den Rücken des Hauptgebäudes
verlegt werden, darf man mit Sicherheit annehmen,
dass auch für diese Anlage die Fronte gegen Südwesten gerichtet
und in ihrer Mitte der Haupteingang angeordnet gewesen sei.
ln der That ist der Zwischenraum zwischen dieser und der
Umfassungsmauer vier Klafter weit, so dass eine bequeme
Zufahrt möglich war. Der ganze Baucomplex hatte also seiner
Axe zufolge eine Richtung von Südwest gegen Nordost.
Von den Vorkommnissen an jenen Theilen, die von dem
aufgegrabenen Complexe mehr oder minder entferntliegend hie
und da Mauerspuren zeigten, ist nur wenig zu melden. Im aufgegrabenen
Terrain zwischen dem Hafnerkreuz und den Räumen
47 bis 50 fand man nach dem Protokolle Kohlen, Scherben
grosser Thongefässe und einen Bronzekegel. In dem grossen leeren
Raume südwärts vom Männerbade kamen zwei kleine Thonlampen,
dann bei 80 ein grosses Thongefäss und etwa 3 V 2
Fuss gelöschten Kalkes, ferner am Ende des langen Versuchsgraben
im Osten, nördlich von der im Plane mit 79 bezeichneten
Stelle, wo keine Mauern standen, Scherben aus terra
sigillata und Holzkohlen zu Tage. Auf dem Weberfelde,