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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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fand  man  an  der  Südostmauer  des  Raumes  28;  endlich  lag
ein  roher  noch  unbehauener  Stein  aus  Nagelflue  —  der
grösste,  auf  den  man  bei  diesen  Ausgrabungen  gerieth,  33  Zoll
lang,  20  hoch,  18  breit  —  an  der  Südwestecke  von  47,  wahrscheinlich ­
  zur  Zurichtung  an  Ort  und  Stelle  bereit.
Am  Eingang  von  38  nach  39,  vom  Frigidarium  ins  Tapidarium
  des  Männerbades,  waren  die  Steinmauern  von  einer
Ziegelmauer  eingefasst,  die  aus  Ziegeln  von  15  y. (  Zoll  im
Quadrat  errichtet  war;  einige  von  ihnen  trugen  Stämpel  des
numerus  Brittonum  und  der  ungenannten  ala.
Endlich  fand  man  Reste  von  Estrichböden  in  den  Räumen ­
  21  und  24,  dann  neben  38  und  im  Caldarium  des  Männerbades ­
  (43).  In  einem  Raume  des  östlichen  Tractes,  der  aber
nach  dem  betreffenden  Schreiben  des  Herrn  Pf.  Oberleitner
an  Frhn.  v.  Sacken  nicht  näher  bezeichnet  werden  kann,  fand
man  ein  Ziegelpflaster  in  den  Lehmboden  eingelassen,  das  aber
fast  schon  ganz  aufgelöst  war.
Wenn  nun  diese  Beobachtungen,  die  sich  in  Hinsicht
auf  die  Technik  und  die  verwendeten  Ziegeln  anstellen  Hessen,
ebenfalls  zusammengefasst  werden,  so  ergiebt  sich  als  Ergänzung ­
  der  schon  oben  dargelegten  Charakteristik  noch,  dass  die
südliche  Hälfte  der  Ausgrabungen  einem  Gebäude  angehört,
welches  durchaus  gemauert  war  und  dessen  Bau  von  verschiedenen ­
  Truppenkörpern  ausgeführt  wurde,  sowie,  dass  man
nach  der  Verschiedenheit  des  verwendeten  Steinmateriales  eine
zweifache  Bauperiode  unterscheiden  kann;  in  der  einen  wurde
mit  zubehauenen  Kalkschieferwürfeln  gebaut  (20—50  und  56)
in  der  andern  mit  rohen  Kugelsteinen  (1—15).  Mit  der  letzteren ­
  Erscheinung  lässt  sich  endlich  auch  verbinden,  dass  in
dem  einen  Irlypocaustum  die  Pfeiler  breiter  und  durchaus  in
regelmässigen  Abständen,  in  dem  andern  aber  (25,  26)  schwächer ­
  und,  soweit  sie  erhalten  sind,  in  ungleichen  Zwischenräumen ­
  angelegt  waren;  es  war  also  das  zweite  Hypocaustum
nicht  so  sorgfältig  und  rein  ausgeführt  als  das  erste.  ■—
Die  andere  gegen  Norden,  jenseits  des  genannten  Feldweges ­
  gelegene  Hälfte  der  Ausgrabungen  sticht  sehr  scharf
von  der  diesseitigen  ab.  Es  zeigen  sich  hier  kaum  20,  aber
auffallend  grosse  Räume  bis  zu  9  und  P  Klafter  Länge  und
9  Klafter  Breite.  Einer  von  diesen  Räumen  (56)  steht  völlig
29  *
            
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