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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

reichend  befunden  worden  sein  muss.  Es  wird  noch  weiterhin
davon  die  Rede  sein,  dass  das  aufgegrabene  Gebäude  zweimal
zerstört  worden  ist.  Ob  nun  nach  der  ersten  oder  nach  der
zweiten  der  Oberbau  aufgeführt  worden  sei,  lässt  sich  nicht
mit  völliger  Bestimmtheit  sagen;  wahrscheinlicher  ist  das  letztere. ­
  Denn  der  Zweck  desselben  kann  nur  der  der  Sicherung
gegen  feindliche  Ueberfälle  gewesen  sein.  Dies  war  aber  durchaus
nicht  der  ursprüngliche  Zweck  der  Bauanlage,  welcher  bei  der
Wiederherstellung  des  Gebäudes  nach  der  ersten  Zerstörung
aufrecht  erhalten  blieb,  wovon  noch  gesprochen  werden  wird.
Möglicherweise  hat  man,  als  das  Gebäude  zum  zweiten  Male
in  Asche  sank,  die  nördlich  von  unserem  Vierecke  (1—7)  gelegenen ­
  Räume  in  Ruinen  gelassen,  dagegen  aus  dem  Viereck
selbst  ein  Bollwerk  geschaffen  und,  um  dieses  gegen  die  Ruinen
abzuschliessen,  die  früher  vorhandenen  Thüren  in  die  Räume  7
und  8  vermauert,  so  zwar,  dass  das  neue  Castell  nur  mehr
einen  einzigen  Zugang  von  Südosten  her  hatte.  Ist  diese  Vermuthung
  richtig,  so  haben  im  ursprünglichen  Baue  Thüren
sowohl  von  4  nach  7,  als  auch  von  5  nach  8  und  von  1  ins
Freie  bestanden,  was  ja  auch  an  sich  höchst  wahrscheinlich  ist.
Die  ursprüngliche  Bestimmung  der  Räume  des  Viereckes
mit  Ausnahme  des  schon  besprochenen  Raumes  3  steht,  wie
sich  voraussetzen  lässt,  wol  mit  den  Anstalten  in  den  Nebenräumen ­
  in  Verbindung;  es  werden  sowol  Wohnungen  der  in
der  Schmiede  beschäftigten  Leute  als  auch  ein  Raum  für
Bergung  des  nöthigen  Holzvorrathes  angenommen  werden  können. ­
  In  2,  5  und  6  hat  man  nicht  blos  Asche,  sondern  eine
Lage  von  Holzkohlen  angetroffen.  Allerdings  rühren  diese
wahrscheinlich  von  einer  letzten  Zerstörang,  der  das  Bollwerk ­
  zum  Opfer  fiel,  her;  aber  nicht  aus  dem  Vorhandensein
der  genannten  Kohlenlage  schliessen  wir  auf  das  Vorhandensein ­
  eines  Holzvorrathes  in  jenen  Räumen  schon  zur  Zeit  vor
der  Errichtung  des  Oberbaues,  sondern  vielmehr  aus  dem
Umstande,  dass  die  Räume  2,  5  und  6  als  Behältnisse  für
Holz  trefflich  situiert  waren,  um  einerseits  die  Heizkammern
des  Frauenhades,  andererseits  den  Herd  der  Schmiede  aus
nächster  Nähe  mit  Brennmaterial  zu  versehen.
Wenn  man  im  Ganzen  die  Räumlichkeiten  der  südlichen
Hälfte  der  Ausgrabungen  überblickt,  so  fallt  vor  allem  auf,
            
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