Die Ausgrabungen in Windisch-Garsten.
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Umfassungsmauer ruhte, so müsste eine überwölbte Durchfahrt
von 4 Klafter Breite und 2 Klafter Länge vorausgesetzt
werden, was ausser allem Yerhältniss zu andern Thorbauten
stünde, 1 und namentlich viel zu grossartig und kostspielig im
Verliältniss zur übrigen Anlage des Baues, überdies endlich
zwecklos gewesen wäre.
So viel aber steht fest, dass die Pfeilerreste nur eine
constructive Bedeutung haben können. Sie sind sicher
nichts anderes als Streben zur Verstärkung des Mauerwerkes.
Nur fragt sich, ob sie schon am ursprünglichen Baue bestanden,
oder erst später zugebaut wurden. Eine deutlich sprechende
Erscheinung am Baue selbst lässt das letztere für gewiss
erscheinen. Man fand nämlich an der Mauer, an welche
die Streben angebaut sind, unten einen Sockel, der 6 Zoll weit
vorsprang, aber nur an der Mauer selbst hinlief, nicht auch
an den Pfeilerresten; vor dem ersten derselben hört er vielmehr
auf, im Zwischenräume zwischen beiden erscheint er
wieder, hier 1 Fuss breit, vor dem zweiten bricht er abermals
ab. Würden die Pfeiler schon ursprünglich an die Mauer
angebaut worden sein, so würde der Sockel auch um sie herumgeführt
erscheinen. Dies ist nicht der Fall, vielmehr ist der
Sockel von den Pfeilern stellenweise verdeckt worden, letztere
sind also ein späterer Zubau. Wahrscheinlich hat an der Stelle,
wo der stärkere Pfeiler aufgebaut wurde, früher eine Thüre
in dem Raume 1 bestanden, durch welche letzterer mit der Gasse
in Verbindung stand; denn es ist durchaus unwahrscheinlich,
dass man in die Schmiede nur mittelst einer hölzernen Treppe
— und sie müsste aus Holz gewesen sein, da man keine Spur
von einer gemauerten oder steinernen fand — aus einem Oberraume
habe gelangen können.
Das Vorhandensein von Resten später zugebauter Strebepfeiler
nöthigt weiter zu der Voraussetzung, dass in einer jüngeren
Zeit das gedachte Viereck (1 — 7) die Bestimmung erhalten
habe, einen schwereren Oberbau zu tragen als früher,
etwa in der Art eines kleinen Thurnies, für dessen Last die
Stärke der im Grunde vorhandenen Mauern als nicht aus-1
Die Masse der Breite der Thorwege von zwölf verschiedenen römischen
Bogen siehe zusammengestellt in den Berichten und Mittheilungen des
Wiener Alterthumsvereines. X. (Jahrgang 1866) S. 19ö.