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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Kenner.

wie  noch  gezeigt  werden  soll,  eine  Nachtherbergestation  der
Reichspost  war,  in  dem  Raume  3  eine  Esse,  eine  Schmiede
anzunehmen.  An  der  durchs  Gebirge  führenden  Strasse,  die
auch  von  Lastwägen  viel  befahren  war,  mögen  häutige  Beschädigungen ­
  an  Wagen  und  Pferdezeug  vorgekommen  sein,
die  einer  schleunigen  Reparatur  in  der  mansio  bedurften.
Es  war  durchaus  angezeigt,  eine  solche  im  Gebäude  selbst  zu
errichten.  Allerdings  waren,  wie  die  Untersuchung  noch
weiter  darlegen  wird,  die  AVirthschaftsgebäude  gegen  Norden
zu  angelegt,  und  man  könnte  vermuthen,  dass  unter  diesen
auch  die  Schmiede  sich  befunden  haben  sollte,  diese  also
nicht  so  nahe  an  die  Fronte  des  Gebäudes  gerückt  gewesen ­
  sei,  welche  letztere  noch  zu  besprechende  Momente
nach  Südwesten  zu  verlegen  zwingen.  Allein  erstlich  waren
die  Wirthschaftsgebäude  zum  grössten  Theile  aus  Holz  und,
wenn  die  Schmiede  neben  ihnen  lag,  der  Feuergefahr  ausgesetzt; ­
  zweitens  bestand  die  Zufahrt  zum  Gebäude  offenbar ­
  vor  der  Fronte  desselben,  d.  i.  in  dem  Raume  zwischen
dem  Quadrate  (1—7)  und  der  Umfassungsmauer.  Hier  kehrten
zunächst  die  Fuhrwerke  zu,  ob  sie  nun  sich  nur  kurze  Zeit
aufhielten  oder  über  Nacht  blieben.  Daher  war  es  bequemer,
die  Schmiede  an  dieser  Stelle  anzulegen;  sie  befand  sich  alsdann ­
  in  einem  ganz  gemauerten  Tracte  und  war  durch  starke
Mauern  von  den  Nebenräumen  getrennt.
An  der  Aussenseite  von  1  und  3  gegen  Südwesten  fand
man  mächtige  Vierecke  angebaut,  das  eine  an  der  Mauer  des
Raumes  1  mass  4  zu  4  '/ 2  Fuss,  das  andere  an  der  Ecke  von  3
mass  3  zu  3Fuss.  Man  hat  sie  mit  Recht  für  die  Reste
von  Pfeilern  gehalten,  aber  mit  Unrecht  geschlossen,  dass  diese
Pfeiler  einen  Thorbau  gestützt  hätten.  Denn  es  hätte  das  Thor,
wenn  dessen  Durchfahrt  senkrecht  auf  der  Richtung  der  Gasse
stand,  also  von  Süd  gegen  Nord,  zu  keiner  Thiire,  zu  keinem
offenen  Raume  geführt,  da  ja  1  und  3  gegen  die  Gass.e  zu  vollkommen ­
  abgeschlossen  waren.  1  Hätte  aber  die  Durchfahrt  die
Richtung  von  Südost  gegen  Nordwest  gehabt,  so  dass  das
Gewölbe  einerseits  auf  den  Pfeilerresten,  andererseits  auf  der
1  Die  Thüre,  welche  ursprünglich  im  Raume  1  bestanden  haben  dürfte,
vermuthe  ich  an  der  Stelle  des  (später  angebauten)  grösseren  Pfeilers.
Vgl.  weiter  unten.
            
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