Die Ausgrabungen in Windisch-Garsten.
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eben hier die Mündung anznnehmen liegt darin, dass in diesem
Falle der Canal längs der Räume 39, 36, 35 und 31 geführt
und schliesslich in den Canal 18 einmündend das verbrauchte
Wasser auf dem kürzesten Wege ab führte; ferner ist nach
dem Schema der Badeanlagen eine Communication mit 39
(Tepidarium) und 42 (Apodyterion) durchaus warscheinlich und
die Analogie im Raume 16 dafür verwendbar; aber eine dritte
Thüre in einen dritten Nebenraum, dessen Bestimmung fraglich
bleiben müsste, war weder nothwendig, noch stimmt sie mit
dem Zweck des Raumes 38 überein. Die besondere Stärke der
Mauern, namentlich der gegen den Raum 16 gerichteten — sie
ist hier 2 Fuss stark — beweist, dass hier das Terrain ursprünglich
etwas abschüssig war, was abermals für die Anlage eines
Abfuhrcanals gegen diese Seite spricht; auch muss die Mauer
auf den Widerstand gegen einen beträchtlichen Druck berechnet
gewesen sein; es lässt sich daraus schliessen, dass das
Labrum in dem Boden ausgetieft, oder über demselben aufgemauert
und mit Platten oder mit Cement ausgelegt war; das
Becken mochte etwa 2 bis 2V2 Fuss breit und 3 bis 3Y 2 Fuss
lang und so angelegt gewesen sein, dass seine Langseite an die
stärkere Mauer zu stehen kam. Darnach wäre in dem Raume 38
das Labrum des Männerbades gewesen. Die dazugehörigen
Räume sind schwer zu bestimmen, weil da, wo die Eintrittsstube
und das Apodyterion vorausgesetzt werden müssen, die
Mauern zumeist fehlen. Da man im Raume 46 neben andern
Objecten (einer kleinen Glocke mit einem eisernen Klöppel,
einem grossen Bronzeringe und zwei Gewichten) 1 auch Instrumente,
wie sie häufig in Bädern Vorkommen, ein Salbgefäss,
3 Zoll hoch, und ein Zängelchen (volsella) 2 gefunden hat, lässt
sich hier die Eintrittsstube, in der der Badediener verweilte,
und demgemäss in dem Raume 42 das Apodyterion voraussetzen.
In 39 war das Tepidarium, erwärmt theilweise durch das
anliegende Caldarium 43, theils wol auch durch glühende
Kohlen, die in Kesseln aufgestellt wurden. 3 Man hat in der
Ihat in diesem Raume einen Bronzekessel von Fuss Tiefe,
1 Siehe Tafel V, 12, 3, 5“, 5 b .
2 S. Tafel VI, 15.
3 T>r. Bossler im Archiv für hessische Geschichte und Alterthumskunde.
X. Bd. I, 1