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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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eben  hier  die  Mündung  anznnehmen  liegt  darin,  dass  in  diesem
Falle  der  Canal  längs  der  Räume  39,  36,  35  und  31  geführt
und  schliesslich  in  den  Canal  18  einmündend  das  verbrauchte
Wasser  auf  dem  kürzesten  Wege  ab  führte;  ferner  ist  nach
dem  Schema  der  Badeanlagen  eine  Communication  mit  39
(Tepidarium)  und  42  (Apodyterion)  durchaus  warscheinlich  und
die  Analogie  im  Raume  16  dafür  verwendbar;  aber  eine  dritte
Thüre  in  einen  dritten  Nebenraum,  dessen  Bestimmung  fraglich
bleiben  müsste,  war  weder  nothwendig,  noch  stimmt  sie  mit
dem  Zweck  des  Raumes  38  überein.  Die  besondere  Stärke  der
Mauern,  namentlich  der  gegen  den  Raum  16  gerichteten  —  sie
ist  hier  2  Fuss  stark  —  beweist,  dass  hier  das  Terrain  ursprünglich ­
  etwas  abschüssig  war,  was  abermals  für  die  Anlage  eines
Abfuhrcanals  gegen  diese  Seite  spricht;  auch  muss  die  Mauer
auf  den  Widerstand  gegen  einen  beträchtlichen  Druck  berechnet ­
  gewesen  sein;  es  lässt  sich  daraus  schliessen,  dass  das
Labrum  in  dem  Boden  ausgetieft,  oder  über  demselben  aufgemauert ­
  und  mit  Platten  oder  mit  Cement  ausgelegt  war;  das
Becken  mochte  etwa  2  bis  2V2  Fuss  breit  und  3  bis  3Y 2  Fuss
lang  und  so  angelegt  gewesen  sein,  dass  seine  Langseite  an  die
stärkere  Mauer  zu  stehen  kam.  Darnach  wäre  in  dem  Raume  38
das  Labrum  des  Männerbades  gewesen.  Die  dazugehörigen
Räume  sind  schwer  zu  bestimmen,  weil  da,  wo  die  Eintrittsstube ­
  und  das  Apodyterion  vorausgesetzt  werden  müssen,  die
Mauern  zumeist  fehlen.  Da  man  im  Raume  46  neben  andern
Objecten  (einer  kleinen  Glocke  mit  einem  eisernen  Klöppel,
einem  grossen  Bronzeringe  und  zwei  Gewichten)  1  auch  Instrumente, ­
  wie  sie  häufig  in  Bädern  Vorkommen,  ein  Salbgefäss,
3  Zoll  hoch,  und  ein  Zängelchen  (volsella) 2  gefunden  hat,  lässt
sich  hier  die  Eintrittsstube,  in  der  der  Badediener  verweilte,
und  demgemäss  in  dem  Raume  42  das  Apodyterion  voraussetzen. ­
  In  39  war  das  Tepidarium,  erwärmt  theilweise  durch  das
anliegende  Caldarium  43,  theils  wol  auch  durch  glühende
Kohlen,  die  in  Kesseln  aufgestellt  wurden. 3  Man  hat  in  der
Ihat  in  diesem  Raume  einen  Bronzekessel  von  Fuss  Tiefe,
1  Siehe  Tafel  V,  12,  3,  5“,  5 b .
2  S.  Tafel  VI,  15.
3  T>r.  Bossler  im  Archiv  für  hessische  Geschichte  und  Alterthumskunde.
X.  Bd.  I,  1
            
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