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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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K  h  n  n  e  r.

Sand,  kleinen  Tuff-  und  Ziegelstücken  und  Kalk  bestehend;
er  war  überaus  hart,  seine  obere  Fläche  glich  einem  sehr
rohen  Mosaik.  Der  hohle  Raum  zwischen  den  Pfeilern  war
lose  mit  Schutt  und  Erde  ausgefüllt,  eine  Folge  des  Einsturzes
des  Gebäudes.  Die  Mündung  in  den  schmalen  Gang  44  war
schon  in  alter  Zeit  mit  Steinen  und  Erde  leicht  verlegt.
Nach  dieser  Anlage  kann  kein  Zweifel  bestehen,  dass
der  schmale  Raum  44  die  Heizkammer  (praefurnium)  für  das
anstossende  Hypocaustum  war;  wie  aus  dem  Profil  C—D  auf
Tafel  I  zu  entnehmen  ist,  war  die  Kammer  etwas  tiefer  als
der  Cementboden  über  dem  Hypocaustum  angelegt.  Die  Mündung, ­
  durch  welche  die  erwärmte  Luft  aus  der  Kammer  in
den  von  den  Pfeilern  gebildeten  Hohlraum  eindrang,  pflegte
bekanntlich  für  die  Zeit  des  Hochsommers  verlegt  zu  werden,
was  hier  der  Fall  war. 1
Das  zweite  Hypocaustum  im  Raume  26  ist  nicht  mehr
vollständig  erhalten,  es  sind  nurmehr  die  Spuren  von  vier  10  Zoll
breiten  Pfeilern  vorhanden,  die  18,  24  und  30  Zoll  von  einander
abstanden,  also  nicht  so  regelmässig  angelegt  waren,  wie  in
den  anderen.  Wahrscheinlich  hatte  es  ursprünglich  eine  grössere
Ausdehnung  auch  über  die  Räume  25,  13,  14  und  20,  so
dass  die  engen  Räume  12  und  15  Heizkammern  des  Hypocaustum ­
  darstellen;  zusammen  sind  beide  fast  so  lang  (12  Fuss)
als  die  Heizkammer  44  (fast  15  Fuss),  sie  waren  aber  in  zwei
Theilen  disponiert,  .  sehr  wahrscheinlich  um  mehrere  Räume
zugleich  zu  erwärmen  und  um  dem  Raume  14  der  zwischen
ihnen  zu  liegen  kam,  eine  möglichst  hohe  Temperatur  zu
verleihen.

1  In  dem  Hypocaustum  Im  Bade  zu  Bregenz  war  die  Mündung  nur  tlieilweise
  verlegt.  (Vorarlberger  Landeszeitung  1S70.  Nr.  118.)  Es  bandelte
sich  also  dabei  nicht,  für  den  Sommer  die  Verbindung  des  Praefurnium
und  des  Hypocaustum  ganz  zu  unterbrechen,  sondern  nur  darum,  eine
geringere  Wärmemenge  in  letzteres  eintreten  zu  lassen,  da  im  Sommer
weniger  Wärmezufuhr  notliwendig  war,  um  das  Caldarium  auf  einen  gewünschten ­
  Grad  der  Wärme  zu  bringen,  als  im  Winter.  Die  Abschliessung ­
  des  Praefurnium  beweist  datier  nicht,  das  dasselbe  im  Sommer
nicht  geheizt  wurde,  was  auch  schon  daraus  hervorgeht,  dass  man  nicht
blos  im  Winter  und  der  kühleren  Jahreszeit,  sondern  auch  im  Sommer
sich  der  Bäder  bediente.
            
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