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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Ausgrabungen  in  Windisch-Garsten.

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Südost  nach  Nordwest.  Sehr  wahrscheinlich  sind  die  Tracte,
deren  Mauerwerk  vorlängst  ausgeh  oben  wurde  und  nun  fehlt,  in
entsprechender  Richtung  gruppirt  gewesen,  so  dass  der  ganze
Bau  ein  Viereck  bildete,  dessen  Seiten  nicht  genau  nach  den
Weltgegenden  gerichtet  waren,  sondern  einen  Winkel  mit  diesen ­
  bildeten.
Die  Bestimmung  der  einzelnen  Räume  nach  ihrer  einstigen ­
  Verwendung  ist  sehr  schwierig,  da  die  charakteristischen
Zuthaten  fehlen  und  nur  die  nackten  Mauern  und  auch  diese
wieder  meist  nur  im  Grundbau  zu  erkennen  sind.  An  einzelnen ­
  Stellen  ragten  sie  allerdings  sechs  Fuss  hoch  empor;  zumeist ­
  waren  sie  aber  bis  zum  Niveau  des  Erdbodens  zusammengebrochen ­
  ;  gegen  Norden  nimmt  die  Höhe  namentlich
rasch  ab.
Doch  sind  noch  einige  versteckte  Merkmale  vorhanden,
die  einen  Anhalt  für  Schlussfolgerungen  in  dieser  Beziehung
gewähren.  Erstlich  fallen  in  beiden  Tracten  Räume  von  ausserordentlich ­
  geringer  Breite  auf.  So  im  südöstlichen  Tracte  der
Raum  12,  der  nur  18  Zoll  breit  ist,  dann  der  Raum  15,  der
nur  26  Zoll,  und  der  Raum  18,  der  wieder  nur  19  Zoll  in  der
Breite  misst.  Dieselbe  Breite  zeigt  im  nordwestlichen  Tracte
der  Raum  44.  Diese  Räume  sind  so  schmal,  dass  sie  nicht
als  Gänge  zur  Communication  gedient  haben  können,  zumal,
da  sie,  wie  bei  12  und  15  ersichtlich  ist,  sich  gerade  neben
einem  Gange  (11)  befinden,  und  da  sie  wenig  mehr  als  eine
Klafter  lang  sind.  Für  die  Erkenntniss  ihres  Zweckes  ist  es
von  Wichtigkeit,  dass  in  ihrer  Nähe  zw r ei  Hypocausten  zu
Tage  kamen.  Das  besser  erhaltene  in  dem  Raume  43,  der
17  Fuss  lang  und  13  Fuss  breit  ist,  zeigt  die  bekannte  Construction:
  über  dem  Boden  eine  Lage  von  Bachschotter,  darüber
ein  2  Zoll  starker  Cementguss;  auf  diesem  22  Pfeiler,  von  denen
einer  jetzt  nicht  mehr  vorhanden  ist  und  zwei  durch  eine
Mittelmauer  vertreten  werden.  Die  Pfeiler  sind  25  Zoll  hoch,
18  Zoll  breit,  aus  Kugel-  und  Kalkschiefersteinen  aufgemauert  und
stehen  20  Zoll  von  einander  ab.  Sie  tragen  zunächst  ein  Gewölbe
(suspensura)  von  Tuffstein,  wie  er  in  den  nahen  Orten  Edlach
und  Vorderstoder  bricht,  darüber  eine  Kohlenschicht  von  2  Zoll,
wahrscheinlich  zur  Abhaltung  der  Feuchtigkeit,  über  dieser  den
gegossenen  5  Zoll  dicken  Fussboden,  aus  einem  Gemenge  von
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