Die Ausgrabungen in Windiscb-Garsten.
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in alten Zeiten Zerstörungen an den Resten der Gebäude
stattgefunden, so dass die Ausgrabungen nur einen kleinen
Theil des Römerortes darstellen. Gegen Norden zu verloren
sieb sämmtliche Mauerreste ohne einen genügenden Abschluss
im Boden; man bat dort gegen den Hafnerschen Obstgarten im
'Nordosten mehrfache Aushebungen im Erdreich gemacht und
Topfscherben sowie Münzen, aber nicht die geringste Spur
von alten Bauten gefunden; ja die Arbeiter selbst waren im
Zweifel, ob die dort ausgegrabenen Steine Mauerreste oder
zufällige Lagerungen seien. Offenbar hat man hier schon früher
die alten Mauern zerstört, die sich also noch weiter gegen
den Ort zu fortsetzten. Sehr wahrscheinlich ist solches schon
im hohen Mittelalter geschehen und mag ein guter Theil von
Windischgarsten aus den Steinen der alten Römerstadt aufgebaut
worden sein, was auch durch die Sage, dass eben von
dieser Stelle aus der Ort seinen Anfang genommen habe, bestätigt
wird;’ auch anderwärts geschah und geschieht noch
jetzt Aelmliches sehr häufig. Ein Gleiches zeigt sich auch im
Westen und Südwesten. Die kleine nach Seebach führende
Strasse war überhaupt die Grenze der Ausgrabungen, jenseits
derselben wurde nicht weiter nachgeforscht; aber auch diesseits
stiess man auf ein beträchtliches Areale, auf welchem sich
die Mauerspuren plötzlich verloren und nur einige kleine
Theile und Ecken übrig geblieben sind, die von der einstigen
Fortsetzung in dieser Richtung Zeugniss geben.
Nach Norden und Westen lässt sich also der Umfang des
Römerortes nicht mehr bestimmen. In Süden dagegen stiess
man etwa 100 Klafter vom Dambache entfernt auf einen
Rest der alten Umfassung, eine Mauer, die sich durch eine
grössere Dicke (4 Fuss) von den übrigen unterscheidet und in
einer Länge von 11 Klaftern aufgedeckt wurde (Plan, Tafel I; 84). 2
An dem einen Ende brach sie ab, an dem anderen zeigen sich
1 Ich muss hiezu bemerken, dass Herr Pf. Oberleitner im Protokolle über
den Fund eine andere Ansicht ausspricht. Nach derselben entstand die
oben genannte Sage erst vor etwa 30 Jahren und wurde eben durch die
damaligen Erscheinungen — das Durchfallen der Eisenstauge und die
Auffindung von vielen Ziegelstücken — veranlasst.
- Der Plan ist nach dem eingesendeten, vom k. k. Bezirksförster Leopold
Lutz gezeichneten Originalplane reduciert.
Sitznngsber. d. pliil.-hist. CI. LXXIY. Bd. II. Hft. 28