Karl's I. Wahl zum römischen Könige.
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während er offen erklärte, er könne jetzt nicht mit den
Venetianern brechen und den Vertrag von Cambray erfüllen.
Karl entschuldigte sich durch seine gegenwärtigen dringenden
Geschäfte in Spanien, verlangte aber Nachlass von 50,000 Goldkronen
von 100,000, die König Ferdinand an König Ludwig XII.
für Neapel zu zahlen verpflichtet war, von welchen aber letzterer
selbst nur die Hälfte gezahlt hatte. 1 Der französische Botschafter,
welcher meinte, das werde die Freundschaft nicht fördern,
erhielt eine ziemlich schroffe Antwort, der Dompropst
von Utrecht aber den Auftrag, Franz milde zu stimmen, jedoch
auch sehr entschiedene Weisungen in Betreff Karls Bewerbungen
um die Kaiserkrone, 2 die ihm als aus kaiserlichem Geschlechte
zukomme, mit Abweisung der Bewerbung eines Nichtdeutschen.
Die beiden Gesandten trafen den König endlich
in Saumur. Er war bereits unterrichtet von dem pecuniären
Verlangen König Karls, sowie dass er bereit sei, die Princessin
Louise bei sich aufzunehmen und sie wie seine künftige Frau
zu ehren, was auf König Franz einen nichts weniger als günstigen
Eindruck, den er auch bei der Audienz den Gesandten
hinlänglich zu erkennen gab, machte. In der That war auch aus
der beabsichtigten und wie nun sich zeigte beschworenen Zusammenkunft
der beiden Könige zur Bekräftigung des Friedens
etwas ganz anderes geworden. Man war französischer Seits
eher auf alles gefasst, als auf die Ausreden des Herrn de la
Chaux und die Sprache, die er führte. Franz hatte die Ueberzeugung
gewonnen, König Karl wolle ihn täuschen. Der lange
Bericht der Gesandten über ihre Unterhandlungen, von Angers
den 7. Juni 1518 3 , macht auch den Eindruck einer vollständig
gescheiterten Mission. 4 Es stand wohl damit in Verbindung,
dass König Heinrich und König Karl den Vertrag vom Jahre
1506 erneuten.
Abgesehen von der Gewitterwolke, die sich in Frankreich
zusammenzog, schienen die Dinge in Betreff der Wahl sich
1 Lanz, monumenta, n. 23, 24. Instructionen König Karls an seine Gesandten.
2 Lanz I. S. 61.
3 Le Glay X. n. 42.
4 Spinelli berichtet darüber am 21. Juni. Brew. n. 4244.