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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Berichte  über  Handschriften  deß  sog.  Schwabenspiegels.

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Augsburger  Bürgerin  Clara  Hätzlerin  1  im  dritten  Viertel  des
fünfzehnten  Jahrhunderts  geschrieben.  Auf  dem  zweiten  Blatte
des  ersten  Sexterns  beginnt  der  Text  des  Landrechtes,  auf  der
-zweiten  Spalte  des  ersten  Blattes  des  fünften  Sexterns  das
Lehenrecht,  welches  auf  Spalte  1  der  zweiten  Seite  des  siebenten ­
  und  letzten  Sexterns  zu  Ende  geht.  Unter  dem  da  angebrachten ­
  Namen  der  Clara  Hätzlerin  findet  sich  ein  Conrat
Graff  eingezeichnet,  möglicherweise  —  wenn  die  Erinnerung
an  die  Schriftzüge  nicht  täuscht  —  derselbe  Graf  Konrad  zu
lvirchberg,  welcher  in  dem  aus  der  Bibliothek  von  Hohenems
stammenden  Cod.  germ.  21  der  Staatsbibliothek  zu  München
auf  dem  hinteren  innern  Deckelblatt  mit  ziemlich  ungeübter
Hand  vermeldet;  Das  buch  hon  ich  gar  vs  gelernet  bis  an
ain  ent.  got  vns  sin  segen  send,  es  ist  war  werlich.  Nach
einem  Einträge  gleich  auf  dem  ersten  Blatte  des  ersten  Sexterns ­
  gehörte  sie  seinerzeit  dem  Leonhart  Christoph  Rhelinger
zu  Augsburg,  welcher  daselbst  um  die  Mitte  des  16.  Jahrhunderts ­
  bis  in  das  Jahr  1581  begegnet.
Die  andere  Handschrift  gehört  in  die  fürstlich  Fiirstenberg’sche
  Bibliothek  zu  Donau-Escliingen,  hat  die
Nr.  741,  und  ist  auf  Papier,  gleichfalls  zweispaltig,  in  Folio  im
Jahre  1463  gefertigt.  Von  Fol.  1  bis  56  Sp.  1  reicht  das
Landrecht,  woran  sich  unmittelbar  bis  Fol.  73  Sp.  2  das  Lehenrecht ­
  reiht.  Nach  einem  jetzt  im  Originale  verschwundenen
Einträge  wahrscheinlich  auf  dem  dem  Vorderdeckel  aufgeklebten ­
  Blatte  gehörte  sie  einmal  einem  Andreas  Friek.  Später
befand  sie  sich  in  der  v.  Herrwart’schen  Bibliothek.  Am
22.  August  1784  erwarb  sie  der  bekannte  Dr.  Johann  Heinrich ­
  Prieser  zu  Augsburg  von  dem  Buchhändler  Juuginger  um
5  fl.  Als  verschollen  wird  sie  sodann  in  dem  Verzeichnisse
der  Handschriften  des  sogenannten  Schwabenspiegels  in  der
Ausgabe  des  Freiherrn  Friedrich  von  Lassberg  unter  Nr.  129
und  bei  Homeyer  unter  Nr.  573  aufgeführt.  Am  13.  des  Brachmonats ­
  1840  gelangte  sie  aus  der  Birret’schen  Antiquariats-1

  Vgl.  über  sie  Herberger’s  schätzbare  Bemerkungen  in  Barack’s  Katalog
der  Handschriften  der  fürstlich  Fürstenberg’sclien  Bibliothek  zu  Donau-Escliiugen
  Nr.  830,  S.  563/564.
            
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