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R o c k i n g e r.
für sieli. Hier dagegen soll die Rede von verkürzten Handschriften
des sogenannten Schwabenspiegels sein, welchen keineswegs
der dritte Landrechtstheil fehlt, sondern welche diesen
wie auch das Lehenrecht haben, also die sämmtlichen Bestandtheile
des Rechtsbuches, nur in mehr oder weniger vollständiger
Zahl der Artikel, oder auch in Verkürzung des Textes dieser
selbst. Es ist bekannt, dass ein solches Verhältniss bei der
berühmten, auch durch ihr Alter bemerkenswerthen Ambraser
zu Wien obwaltet, wie man sich jeden Augenblick aus den
Druckausgaben des Landrechtes derselben überzeugen kann,
welche wir im Corpus juris germanici medii aevi v. Senckenberg
und insbesondere Wackernagel verdanken. Dasselbe begegnet bei
einer namentlich in Oesterreich weit verbreitet gewesenen
Gruppe, welcher die allgemein bekannte Asbacher Handschrift
angehört, welche ich mit einer noch mehr gekürzten Unterabtheilung
in einem Vortrage in der historischen Classe der
Akademie der Wissenschaften zu München vom 4. Mai 1867
zum Gegenstände der Untersuchung gemacht habe. Auch jene
Gestalt kann hier nicht übergangen werden, die dem Vorsprecher
Ruprecht von Freising beigelegt wird, welche mein Vortrag
vom 6. Mai 1871 bespricht. Noch weit grössere Kürzungen
aber als in diesen Familien entgegentreten, finden sich in der
Rheingauer Handschrift des sogenannten Schwabenspiegels aut
der Hofbibliothek zu Aschaffenburg, in welcher das Landrecht
nach meiner Darstellung in der Zeitschrift für Geschichte des
Oberrheins XXIV S. 224—249 anstatt der sonst gewöhnlichen
über vierthalbhundert Artikel nur 223 aufweist, wobei insbesondere
die reichsstaatsrechtlichen Sätze L 122—140 fehlen.
Wollte man nun glauben, dieser Codex gehöre sicher zu den
am meisten beschnittenen, so würde man noch immer irren,
denn es begegnen zwei, in welchen das Landrecht nur aus
179 Artikeln und das Lehenrecht gar nur aus 57 Artikeln besteht.
Ucber sie möchte ich in Kürze Nachstehendes bemerken.
I.
Die eine dieser Handschriften findet sich in der Bibliothek
des Benedictinerstiftes Lambach, hat die Bezeichnung 147,
und ist in Folio auf Papier, zweispaltig, von der bekannten