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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl’s  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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aller  andern  Churfürsten  beseitigen.  Sie  müssten  daher  von
Spanien  gewonnen  werden,  koste  es,  was  es  wolle.  Man  vermöge ­
  jedoch  dem  französischen  Plane,  Madame  Renee  mit  dem
ältesten  Sohne  des  Churfürsten  von  Brandenburg  zu  vermählen,
nichts  entgegen  zu  stellen  als  die  Vermählung  desselben  mit
Karls  jüngster  Schwester,  der  Infantin  Katharina,  welche  sicli
bei  ihrer  Mutter  aufhielt.  Während  aber  die  Franzosen  die
höchste  Thätigkeit  entwickelten,  hüllten  sich  die  Spanier  in
Unthätigkeit  ein.  Der  Kaiser  meinte  jedoch,  wenn  der  König
für  Geld  sorge,  werde  er  die  Churfürsten  für  sich  haben.  Bereits ­
  konnten  die  englischen  Gesandten,  welche  sich  nach
Calatayud  zu  König  Karl  begeben  hatten,  von  da  berichten,
Chievres  und  der  Kanzler  hätten  ihnen  eröffnet,  wie  König  Franz
mit  vollen  Segeln  nach  dem  Kaiserthume  steuere;  1  er  habe  den
Papst  veranlasst,  Albrecht  von  Brandenburg  und  noch  einen
Churfürsten  zum  Cardinal  zu  ernennen.  Das  Anerbieten,  die
Madame  Renee  an  den  ältesten  Sohn  des  Churfürsten  Joachim
zu  vermählen,  sei  erfolgt,  Courteville  dahin  gesandt  worden  mit
vielem  Gelde  dagegen  zu  wirken  und  die  Heirath  mit  der  Infantin ­
  in  den  Vordergrund  zu  stellen.  2  Beinahe  gleichzeitig
mit  diesem  Berichte,  der  erst  von  Saragossa  am  12.  Mai  abgesandt ­
  wurde,  war  ein  Schreiben  des  Kaisers  aus  Innsbruck
vom  18.  Mai  an  König  Karl,  nachdem  der  kaiserliche  Rath
Jean  de  Courteville  am  Hofe  Maximilians  eingetroffen  war,  angelangt. ­
  Der  Kaiser  eröffnete  seinem  Enkel,  er  habe  die  Unterhandlungen ­
  mit  den  Churfürsten  begonnen  und  erwarte  das
Beste.  3  Er  habe  zu  diesem  Ende  einen  Hoftag  ansgeschrieben
(une  journee  imperiale)  und  hoffe  die  Angelegenheit  daselbst
zu  Ende  zu  führen.  Er  bezog  sich  auf  ein  früheres  Schreiben
König  Karls,  der  sich  über  die  Masse  und  Höhe  der  Pensionen
und  Gnadengehalte  beschwert  hatte,  die  nach  der  Meinung
der  kaiserlichen  Räthe  Villinger  und  Renner  ausgetheilt  werden

1  Greth  about  covertly  and  layeth  many  baits  to  attain  to  the  empire.
n.  4160.
2  Cannot  imagine  that  this  marriage  will  täte  place  but  it  will  act
as  a  stay.
3  Le  Glay,  negoeiations  diplomatiques  entre  la  France  et  l'Autriche.  Paris
1845.  X.
Sitzuugsber,  d.  phil.-hist.  CI.  I.X  X1V  .  Bd.  I.  Hft.  3
            
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