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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl's  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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die  Enkel  K.  Ferdinands,  Karl  der  eigentliche  Erbe  der  burgundischen
  Macht,  er  wie  der  Infant  Ferdinand  dem  deutschen
Grossvater  entfremdet,  durch  die  politischen  Verhältnisse  jener
deutschen  Politik  fremd,  die  Maximilian  verfolgte.  Lange  hatte
es  sich  darum  gehandelt,  wie  sich  die  spanische  Erbschaft  für
sie  gestalten  werde.  Der  Besitz  von  Neapel,  das  zur  aragonischen
  Krone  gerechnet  wurde,  war  selbst  als  von  Frankreich
unbestritten  erst  durch  den  Vertrag  von  Noyon  K.  Karl  zugestanden ­
  worden,  der  die  Verpflichtung  auf  sich  nahm,  obwohl
kaum  ein  junger  Mann,  das  Töchterchen  K.  Franz’  zu  heirathen,
  also  eine  Reihe  von  Jahren  in  Bezug  auf  die  Möglichkeit
der  Gründung  einer  Familie,  der  Erlangung  legitimer  Erben
gebunden  war.  Gelang  es  da,  die  Churfürsten  zu  vermögen,
Karl  ihre  Stimme  zu  geben,  ihm  das  Kaiserthum  zu  verschaffen,
so  lösten  sich  alle  französischen  Combinationen  in  Nichts  auf.
Das  französiche  Königthum  konnte  keinen  ärgeren  Schlag  erleiden; ­
  der  französische  Besitzstand  in  Italien  war  gefährdet,
Frankreich  auf  drei  Seiten  von  habsburgisehen  Bezitzungen
umschlossen,  Oesterreich  gesichert,  die  Präponderanz  in  Betreff ­
  Böhmens  und  Ungarns  erworben,  die  Möglichkeit,  die
Osmanen  zurückzudrängen,  vielleicht  selbst  aus  Europa
zu  jagen,  winkte  in  nicht  zu  weiter  Ferne.  Warum
sollte  nicht  diese  Combination  jede  andere  verdrängen?
Andererseits  aber  wer  stand  dafür,  dass,  wenn  die  Möglichkeit ­
  der  Erhebung  Karls  sich  mehr  und  mehr  zur  Wirklichkeit ­
  gestaltete,  alle  Veränderungen,  die  daran  sich  knüpfen
konnten,  knüpfen  mussten,  erwogen  wurden,  nicht  von  einer
anderen  Seite  auf  den  Plan  Maximilians  wieder  eingelenkt,
dieser  vielleicht  sehr  zur  Unzeit  für  König  Karl  von  König
Heinrich  wieder  aufgenommen  wurde,  und  so  Karls  Wahl
von  jener  Seite  durchkreuzt  ward,  die  seinen  eigenen
Grossvater  an  den  Gedanken  gewöhnt  hatte,  nachdem
Richard  von  Cornwallis  römischer  König  geworden,  nachdem ­
  Eduard  III.  die  römische  Königskrone  angetragen
worden,  so  sei  denn  doch  die  Verbindung  der  geschlossenen ­
  englischen  Krone  mit  der  Kaiserkrone  das  wirksamste
Mittel,  den  europäischen  Continent  von  England  abhängig  zu
machen  ?
            
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