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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacliau.

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räkhän  Harun  ben  Sulaimän,  der  —  wie  erwähnt  —  Bukhärä
in  Besitz  genommen  hatte  (A.  H.  383).  Dieser  Kadr-Khän,
Statthalter  des  Tughän-Khän  in  Samarkand,  setzte  sich  mit
Yamin-aldaula  (Mahmud)  in  Correspondenz  und  hat  ihn  um
Hülfe  gegen  (den  neuen  Fürsten)  Arslän-Khän.  Mahmud  baute
nun  über  den  Oxus  eine  Brücke  aus  Schiffen,  die  durch  Ketten
zusammengehalten  wurden,  und  überschritt  den  Fluss  auf  derselben. ­
  Diese  Art  Brückenbau  war  dort  vorher  nicht  bekannt.
Mahmud  leistete  ihm  (dem  Kadr-Khän)  Hülfe  gegen  Arslän-Khän.
  Dann  aber  überkam  den  Mahmud  die  Furcht  vor  ihm
(Arslän-Khän),  in  Folge  dessen  er  in  sein  Land  zurückkehrte.
Kadr-Khän  und  Arslän-Khän  vereinigten  sich  nun  zu  dem  Plan
das  Reich  des  Mahmud  anzugreifen  und  es  unter  sich  zu
theilen.  Sie  rückten  vor  nach  Balkh.  Als  Mahmud  hievon
Kenntniss  erhielt,  eilte  er  herbei;  es  kam  zu  einer  Schlacht,
und  beide  Parteien  hielten  lange  Stand,  bis  schliesslich  die
Türken  in  die  Flucht  geschlagen  wurden;  sie  eilten  zurück
über  den  Oxus  und  bei  dieser  Gelegenheit  ertranken  mehr  als
gerettet  wurden.  Kurz  nach  dieser  Schlacht  kam  der  Bote
des  Statthalters  von  Khwärizm  (Altüntäsli)  zu  Mahmud,  um  ihm
zu  seinem  Siege  zu  gratuliren.  Auf  seine  Frage:  ,  Woher
wisst  ihr  davon?'  erwiderte  man:  „(Wir  haben  es  geschlossen)
aus  der  Menge  der  türkischen  Mützen  (s(j-wjJ«s),  welche  den
Oxus  herunter  trieben.'  Mahmud  setzte  über  den  Fluss  (zog
nach  Transoxanien).
Als  die  Bewohner  dieses  Landes  sich  bei  Kadr-Khän  beklagten ­
  über  das,  was  sie  von  dem  Heere  Mahmuds  zu  leiden
hätten,  antwortete  er:  ,Die  Sache  zwischen  uns  und  unserem
Feinde  ist  der  Entscheidung  nahe.  Wenn  wir  siegen,  so  beschützen ­
  wir  Euch;  siegt  unser  Feind,  so  habt  Ihr  Ruhe  vor
uns'.  Dann  aber  vereinigten  sich  Mahmud  und  Kadr-Khän  und
sie  speisten  mit  einander  (schlossen  ein  Freundschaftsbündniss).
Kadr-Khän  war  ein  gerechter  Mann,  von  vortrefflichem
Lebenswandel  und  eifrig  im  Krieg  gegen  die  Ungläubigen.  So
hat  er  Khutan,  ein  zwischen  China  und  Turkistän  gelegenes,
an  gelehrten  und  hervorragenden  Männern  reiches  Land  erobert.
Unter  diesen  Verhältnissen  regierte  er  bis  zum  Jahre  423,  in
dem  er  starb.  Er  pflegte  vor  der  Gemeinde  lange  Gebete  zu
verrichten.
            
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