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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sa  chit  u.

den  Oxus,  wo  ilin  Yäraktäsh  angreift;  dieser  wird  geschlagen
und  gefangen.  Küdan  von  seinen  eigenen  Leuten  angegriffen
und  ausgeplündert,  flieht  nach  Bukliärä  und  von  da  zu  Sanjar
in  Balkh,  wo  er  in  Gnaden  aufgenommen  wird.
Zum  Lohn  für  die  Niederschlagung  dieses  Aufstandes
ernannte  Barkiyärok  den  Dädh  ben  Altüntäk  zum  Statthalter
von  Khuräsan  A.  H.  490  und  dieser  delegirt  den  Sohn  des
Anüshtegin,  Muhammad  als  Statthalter  von  Khwarizm  mit  dem
Titel  Khwärizmshäh.  Durch  die  drei  Jahre  später  erfolgenden
Ereignisse,  den  Tod  des  Dädh  und  die  Occupation  Khuräsäns
durch  Sanjar,  Barkiyäroks  Bruder,  wurde  die  Stellung  des
Muhammad  ben  Anüshtegin  nicht  erschüttert;  Sanjar  bestätigte
ihn.  Ibn  Al’athir  X,  201.  Bald  indess  hatte  Muhammad  mit
den  Waffen  in  der  Hand  für  seine  Statthalterschaft  einzustehen.
Ein  Türkenfürst  von  Mankashlägh  1  zog  gegen  Khwarizm  heran,
begleitet  von  Toghrultegin,  dem  Sohne  des  490  ermordeten
Statthalters  von  Khwarizm,  Akinji,  der  vom  Hofe  Sanjars  entflohen ­
  sich  diesem  Zuge  in  der  Hoffnung,  die  von  seinem
Vater  verwaltete  Provinz  wieder  für  sich  zu  gewinnen,  angeschlossen ­
  hatte.  Muhammad,  der  gerade  von  Khwarizm  abwesend ­
  war,  eilte  herbei  und  bat  Sanjar  um  Plülfe.  Bevor  aber
noch  Sanjars  Hiilfstruppen  angelangt  waren,  hatte  Muhammad
die  Angreifer  schon  verjagt.  Ibn  Al’athir  X,  183.
Nach  Muhammads  Tode  (522)  folgte  ihm  sein  Sohn  Atsiz,
der  vom  Sultan  Sanjar  belehnt  wurde.  Atsiz  erklärte  sich  533
unabhängig  von  Sanjar  und  Khwarizm  wurde  wieder  ein  selbstständiger ­
  Staat.  Mirchond,  Gesch.  der  Seldschuken  157.  Damit
haben  wir  aber  schon  die  Grenze  dieser  Abhandlung  überschritten ­
  und  sind  bis  in  jene  Periode  vorgeschritten,  in  der
Khwarizm,  was  innere  Blüthe  und  äussere  Macht  betrifft,  seinen
Gipfelpunkt  erreichte.  Khwarizm  unter  den  grossen  Khwärizmshähs
  aus  dem  Hause  des  Anüshtegin  Ghurshja  bildet  in  den
Annalen  des  Orients  das  Mittelglied  zwischen  den  Seldschuken
und  Mongolen.

1  Von  Mankashlägh  sagt  Yaküt  IV,  070,  es  sei  eine  feste  Burg  am  Anssenrande
  von  Khwarizm,  zwischen  letzterem  Lande,  und  den
Russen,  in  der  Nähe  des  Meeres  von  Tabaristan,  in  welches  der  Oxus
sieh  ergiesst  (sie)..
            
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