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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Sohne  Arslänshäli  die  Herrschaft  über  Khwärizm  übertragen,
kehrte  er  nach  Merw  zurück,  wo  er  den  7.  Jumada  II.  458
eintraf.  Wer  Jäzi'  und  Alkafshat  waren,  wodurch  Käth  verödet
war  u.  dgl.  mehr,  erfahren  wir  durch  Mirkhond  nicht.
Der  hier  genannte  Prinz  ■—  mit  vollem  Namen  Arsläu
Arghün  ben  Alp  Arslän  1  —  war  ein  Schwiegersohn  des  Gliaznawiden
  Maudüd  und  Statthalter  von  Merw  und  Khwärizm.
Mirchond,  Gesell,  der  Seldsclmken  78;  Ta’rikh-i-guzkla  im
Journal  Asiatique  1848,  11  S.  450.  Ihn  Al’athir  dagegen  erwähnt
die  Belehnung  des  Arslän  Arghün  mit  Khwärizm  nicht.
Was  wir  über  das  Schicksal  Khwärizms  unter  der  glorreichen ­
  Regierung  des  Malikshäh  (465—485)  erfahren,  ist  nicht
viel  ausführlicher.  Nach  Ihn  Al’athir  X,  114  scheint  in  dieser
Zeit  ein  ’Abü-Tähir,  den  Malikshäh  482  als  seinen  Statthalter
in  Samarkand  liess,  Yezir  in  Khwärizm  Aa+ä)  gewesen
zu  sein.  Er  konnte  sich  in  Samarkand  nicht  halten  und  floh  bald
nach  Khwärizm  zurück.
Als  Machthaber  in  Khwärizm  zur  Zeit  des  Malikshäh
wird  ferner  auch  ein  Sohn  des  grossen  Vezir  Nizäm-almulk,
'Izz-almulk  erwähnt,  der  im  Jahr  486  Vezir  des  Sultan  Barkiyärok ­
  wurde.  Ibn  Al’athir  X,  148.
Nach  dem  Zeugniss  von  Mirchond,  Geschichte  der  Seldschuken
  97,  verlieh  Malikshäh  die  Statthalterschaft  über  Khwärizm ­
  Anüshtegin  Gharshja 2 ,  dem  Stammvater  der  grossen
Khwärizmshähs.  Ibn  Al’athir  gedenkt  dieser  Belehnung  mit
keiner  Silbe;  auch  ist  nicht  bekannt,  in  welchem  Jahr  sie  statt
gefunden.  Anüshtegin  war  ursprünglich  ein  Marnlük  des  seldschukischen
  Emirs  Balkäbeg,  der  ihn  von  einem  Manne  aus

1  Beim  Tode  seines  Bruders  Malikshäh  war  er  in  Bagdad  (A.  H.  485).
Dann  zog  er  nach  Khuräsän  und  beanspruchte  diese  Provinz  als  selbstständiges ­
  Fürstenthum  in  dem  Umfange,  in  dem  es  sein  Grossvater  Cakrbeg
  gehabt  hatte.  Es  gelang  ihm  sich  gegen  Barkiyärok  bis  490  zu  behaupten, ­
  in  welchem  Jahre  er  von  einem  seiner  eigenen  Diener  erdolcht
wurde.  Nach  seinem  Tode  besetzte  Barkiyärok  Khuräsän.  Ibn  Al’athir
X,  178.  181.
2  Ibn  Al’atlnr  X,  1S2  x  «c\  ,v.^  ^  Mirchond  (Ilistoria  Seldschukidarum  107)
x  r  Die  Provinz  heisst  Gharshistän,  Gharishtän  oder  Gharjistän
zwischen  Ilerat,  Ghür,  Merw  und  Ghazna.  Yäküt  III,  785.
            
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