Sohne Arslänshäli die Herrschaft über Khwärizm übertragen,
kehrte er nach Merw zurück, wo er den 7. Jumada II. 458
eintraf. Wer Jäzi' und Alkafshat waren, wodurch Käth verödet
war u. dgl. mehr, erfahren wir durch Mirkhond nicht.
Der hier genannte Prinz ■— mit vollem Namen Arsläu
Arghün ben Alp Arslän 1 — war ein Schwiegersohn des Gliaznawiden
Maudüd und Statthalter von Merw und Khwärizm.
Mirchond, Gesell, der Seldsclmken 78; Ta’rikh-i-guzkla im
Journal Asiatique 1848, 11 S. 450. Ihn Al’athir dagegen erwähnt
die Belehnung des Arslän Arghün mit Khwärizm nicht.
Was wir über das Schicksal Khwärizms unter der glorreichen
Regierung des Malikshäh (465—485) erfahren, ist nicht
viel ausführlicher. Nach Ihn Al’athir X, 114 scheint in dieser
Zeit ein ’Abü-Tähir, den Malikshäh 482 als seinen Statthalter
in Samarkand liess, Yezir in Khwärizm Aa+ä) gewesen
zu sein. Er konnte sich in Samarkand nicht halten und floh bald
nach Khwärizm zurück.
Als Machthaber in Khwärizm zur Zeit des Malikshäh
wird ferner auch ein Sohn des grossen Vezir Nizäm-almulk,
'Izz-almulk erwähnt, der im Jahr 486 Vezir des Sultan Barkiyärok
wurde. Ibn Al’athir X, 148.
Nach dem Zeugniss von Mirchond, Geschichte der Seldschuken
97, verlieh Malikshäh die Statthalterschaft über Khwärizm
Anüshtegin Gharshja 2 , dem Stammvater der grossen
Khwärizmshähs. Ibn Al’athir gedenkt dieser Belehnung mit
keiner Silbe; auch ist nicht bekannt, in welchem Jahr sie statt
gefunden. Anüshtegin war ursprünglich ein Marnlük des seldschukischen
Emirs Balkäbeg, der ihn von einem Manne aus
1 Beim Tode seines Bruders Malikshäh war er in Bagdad (A. H. 485).
Dann zog er nach Khuräsän und beanspruchte diese Provinz als selbstständiges
Fürstenthum in dem Umfange, in dem es sein Grossvater Cakrbeg
gehabt hatte. Es gelang ihm sich gegen Barkiyärok bis 490 zu behaupten,
in welchem Jahre er von einem seiner eigenen Diener erdolcht
wurde. Nach seinem Tode besetzte Barkiyärok Khuräsän. Ibn Al’athir
X, 178. 181.
2 Ibn Al’atlnr X, 1S2 x «c\ ,v.^ ^ Mirchond (Ilistoria Seldschukidarum 107)
x r Die Provinz heisst Gharshistän, Gharishtän oder Gharjistän
zwischen Ilerat, Ghür, Merw und Ghazna. Yäküt III, 785.