Zur Geschichte und Chronologie von Khwärizm.
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Schlachtfeld, um die Todten zu begraben und die Verwundeter
zu pflegen. Durch neuen Zuzug verstärkt, rückte er dann
vorwärts und die Khwärizmier baten um Frieden. Ismail,
Shukr und ihre Partei fürchteten von ihren eigenen Soldaten
verrathen und ausgeliefert zu werden; sie entflohen zu den
Seldschuken am Samstag den 22. Rajab 432. Zuerst wurden
sie von den Seldschuken gut behandelt, späterhin aber gefangen
gesetzt und in kurzer Frist war der letzte Fürst aus dem
Hause Altüntäsh sammt seinem Anhänge verschollen.
Shähmalik hielt, nachdem die Verhältnisse in der Hauptstadt
wieder einigermassen geordnet waren, seinen festlichen
Einzug, bestieg den Thron am Donnerstag Mitte Sha'bän 432
und liess am folgenden Freitag in der Hauptmoschee vor den
versammelten Grossen und Volk die Kkutba im Namen des
Khalifen, des Sultan Mas'üd und in seinem eigenen Namen
lesen. In demselben Jahre wurde Mas'üd entthront und im
folgenden Jahre 433 in der Burg Kiri getödtet. Seinen Nachfolger
Maudüd erkannte Shähmalik als seinen Souverain an
(Ibn Al’athir IX, 346).
Die Herrschaft Shähmaliks sollte nicht von langem Bestände
sein. Die Seldschuken hatten ihre Abrechnung mit ihm
nicht aufgegeben, sondern nur verschoben; sie waren mittlerweile
die unbeschränkten Gebieter Khuräsäns geworden. Nicht
lange, nachdem Ismä'il und Shukr zu ihnen geflohen waren,
zog Cakrbeg Dä’üd (433) gegen Khwärizm, wurde aber von
Shähmalik zurükgetrieben. Im folgenden Jahre (434) nahmen
beide Brüder, Toghrulbeg und Cakrbeg, einen neuen Zug. Shährnalik
musste sich in seine Hauptstadt einschliessen, wo ihn
die Seldschuken ohne Erfolg belagerten. Als aber diese einen
Rückzug fingirten und Shähmalik die Stadt verliess, um sie zu
verfolgen, wurde er gänzlich geschlagen. Er selbst entkam mit
seinen Schätzen; jeden ferneren Widerstand aufgebend wollte
er zu Maudüd nach Ghazna fliehen und irrte in Dahistän,
Tabas, Karmän, Altiz und Makrän wie ein gescheuchtes Reh
umher. In letzterem Lande wurde er von Artäsh, einem Vetter
des Toghrulbeg, gefangen genommen und an Dä’üd ausgeliefert.
Was mit ihm geschehen ist, wird nicht erwähnt; wahrscheinlich
wurde er getödtet (Vullers, Geschichte der Seldschuken
48).