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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Sachau.

Nachdem  der  von  Harun  geplante  Feldzug  mit  ihm  selbst
zu  Grabe  getragen  war,  sahen  sich  die  Seldschuken  in  ihren
Erwartungen  getäuscht  und  da  sie  sich  in  Khwärizm  nicht
sicher  vor  Shähmalik  fühlten  und  nach  Bukhärä  wegen  der
Feindschaft  mit  den  Söhnen  'Alitegins  nicht  zurückkehren
konnten,  zogen  sie  südwärts  über  den  Oxus,  plünderten
Amüi  und  Hessen  sich  in  der  Gegend  von  Merw  und  Nasa
nieder.
Ismä'il  war  nun  der  Sorge  nicht  allein  wegen  Mas'üds,
sondern  auch  wegen  der  Seldschuken  überhoben.  Jedoch  'Abdalsamad
  ruhte  nicht  gegen  die  Mörder  seines  Sohnes  neue
Feinde  in  das  Feld  zu  führen.  Als  427  Subäshi,  General  und
Kämmerer  des  Mas'üd  von  den  Seldschuken  geschlagen  war,
beschloss  Mas'üd  auf  den  Rath  seines  Veziers  den  oben  erwähnten ­
  Fürsten  von  Jand,  Shähmalik  als  Bundesgenossen  zu
werben,  ihn  mit  Khwärizm  zu  belehnen  und  so  zum  Kriege
sowohl  gegen  Ismä'il  wie  gegen  die  Seldschuken  zu  veranlassen.
Hasan  Tabäni  wurde  mit  Briefen  und  Geschenken  zu  Shähmalik ­
  geschickt  und  diesem  430  als  Fürsten  von  Khwärizm
die  Investitur  verliehen.  Das  Bündniss  mit  Mas'üd  war  für  ihn
in  jeder  Weise  vortheilhaft;  er  hatte  die  Aussicht  sich  unter
einem  legitimen  Rechtstitel  des  geschwächten  Kliwärizms  zu
bemächtigen  und  von  dort  mit  vermehrten  Streitkräften  die
Seldschuken  aufzusuchen,  um  von  neuem  sein  Rachegelüst  an
ihnen  zu  befriedigen.  Diese  Absichten  sprach  er  auch  unverholen
  in  der  Kriegserklärung,  die  er  bald  darauf  dem  Ismä'il
zuschickte,  aus.
Mittlerweile  hatte  Ismä'il  seinen  Vezir,  ’Abü-Nasr,  der
auch  schon  der  Vezir  Härüns  gewesen  war,  weil  er  im  Verdachte ­
  der  Zuneigung  zu  Sultan  Mas'üd  stand,  abgesetzt  (428
Anfang  Muharram)  und  ’Abü-alkäsim  Iskäfi  zu  seinem  Nachfolger ­
  ernannt.
In  der  Wüste  Asib  kam  es  432  am  Freitag  den  6.  Jumädä
  II.  zwischen  Shähmalik  und  den  Khwärizmiern  unter
Ismä'il  und  Shukr  zu  einer  dreitägigen  Schlacht,  die  nach  der
Aussage  des  in  Shähmaliks  Heer  anwesenden  Hasan  Tabäni
äusserst  blutig  gewesen  sein  soll.  Am  dritten  Tage  wankten
die  Khwärizmier  und  bald  entstand  eine  allgemeine  Flucht;
alles  floh  in  die  Stadt.  Shähmalik  blieb  15  Tage  auf  dem
            
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