Zur Geschichte und Chronologie von Khwarizm.
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und beide zogen mit den Garden aus der Stadt (vermuthlich
gegen die Verschworenen). Am Freitag den 20. Jumädä I.
entstand ein neuer Aufruhr in der Stadt. Nun endlich kam
Abd-aljabbär aus seinem Versteck heraus, sammelte seinen
Anhang und zog nach dem fürstlichen Palast. Sobald Shukr
von seinem Wiedererscheinen erfuhr, eilte er in die Stadt zurück
und auf dem Maidän kam es zu einem förmlichen Treffen
zwischen beiden Parteien. Shukr, der die alten Soldaten des
Altüntash auf seiner Seite hatte, gewann die Oberhand, "Abdaljabbar
wurde von seinem Elephanten herabgeschossen und
seine Leiche durch die Strassen geschleppt. Die Gegenpartei
musste fliehen. Jetzt kehrt auch der neu creirte Fürst Ismä'il
Khandän zurück und zieht 7. Jumädä II. in den Palast ein.
Die Huldigung erfolgte kurz darauf am Sonntage den 9. Jumada
II. A. H. 426.
Der listige Anschlag 'Abdalsamads war also fehlgeschlagen
und hatte die Ermordung seines eigenen Sohnes zur Folge
gehabt. Sultan Mas'üd war nach Empfang der Nachrichten von
den Unruhen in Khwarizm aufgebrochen von Ghazna, um nach
Khwarizm zu ziehen, musste jedoch diesen Plan wegen der
winterlichen Jahreszeit aufgeben. So zog er nach Jurjän gegen
Anüshirwan beu Minücihr. In Jurjän erhielt er die Nachricht
des Abd-aljabbär von der Ermordung Härüns, und erfuhr bald
darauf den ganzen Verlauf der Sache. Ibn Al’athir IX, 346.
Bestürzung herrschte in Mas'üds Staatsrath. Der Vezir wusste
keinen anderen Rath als im geheimen an den Kämmerer Alptegin
und die anderen von Mahmud in Khwärizm zurückgelassenen
Heeresobersten, sowie an Abü-Sa'id Sahl und Abü-alkäsim
Iskäfi Boten abzusenden und sie aufzufordern das Interesse
ihres legitimen Herren wahrzunehmen und — wenn möglich
— sich der Leitung der Angelegenheiten zu bemächtigen.
Als dann die wenig tröstliche Antwort einlief, dass Shukr alle
Macht in Händen habe, dass der Fürst sich mit Essen, Trinken
und Jagen beschäftige und dass Khwärizm nur mit Waffengewalt
zum Gehorsam zurückgebracht werden könne, gab Mas'üd
diese Provinz als verloren auf, da zu gleicher Zeit die Verhältnisse
in Khuräsän, Rai und Indien drohende Gestalt annahmen