Zur Geschichte und Chronologie von Klnvärizm.
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der Rache eines Nachbarfürsten preiszugeben, das bedenkliche
Experiment unternommen hätte, sie aus der Ferne in sein Land
zu rufen. Ferner hätte Albaihaki, ein vortrefflich unterrichteter
Zeitgenosse dieser Ereignisse, für den Harun nur der rebellische
Statthalter war, schwerlich etwas verschwiegen, was
sich in dieser Sache zu seinem Nachtheil sagen Hess. Dem
gegenüber ist das Zeugniss späterer Chronisten (Ibn Al’athir
starb nach 628 und Mirchond 903) von geringem Gewicht.
Auch wäre Haruns Sohn, als er durch Shähmalik von Thron
und Vaterland vertrieben wurde, schwerlich zu denselben Leuten
geflohen, über welche sein Vater namenloses Elend gebracht.
Albaihakis Bericht gewährt eine natürliche Erklärung aller
Thatsachen. Harun durfte nicht erwarten, dass seine Schilderhebung
ungeahndet bleiben würde, er musste sich auf einen
Krieg mit Mas'üd gefasst machen und in dieser Lage konnten
ihm die Seldschuken als Hülfstruppen vortreffliche. Dienste
leisten.
Harun war bestürzt, als' er von dem Ueberfall Shahmaliks
erfuhr. Sofort schickte er im geheimen Boten an die Seldschuken,
liess ihnen Versprechungen machen und beruhigte sie
soweit, dass sie zu ihrer früheren Ansiedelung zurückkehrten
und sich bald — mit Härüns Hülfe — von diesem Schlage
erholten. Andrerseits sandte er einen Boten an Shähmalik
und beschwerte sich, dass dieser seine Bundesgenossen geschädigt
habe; zugleich forderte er ihn auf seine Feindschaft gegen
die Seldschuken aufzugeben und sich mit ihm zu einem gemeinsamen
Feldzuge nach Khurasän zu vereinigen. Shähmalik
schlug eine Zusammenkunft vor; er wolle am östlichen
Oxus-Ufer heranziehen und Harun solle ihm am westlichen
Ufer entgegen kommen; nach Abschluss des Vertrages sollten
die beiden Fürsten in einem Boot auf dem Oxus Zusammentreffen.
Zu einem Bündniss war er bereit, wollte aber von
seiner Feindschaft gegen die Seldschuken nicht ablassen. Am
3. Dhü-alhijja 425 trafen beide Parteien an dem verabredeten
Orte ein, Harun aber mit so grossem militärischen Gefolge,
dass Shähmalik Angst bekam und in der folgenden Nacht
schleunigst entwich.
Nachdem auf diese Weise der Versuch, in Shähmalik
einen Alliirten zu gewinnen, gescheitert war, sah er sich dar-