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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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Seit  dieser  Zeit  wurde  die  Ruhe  im  Lande  nicht  mehr
gestört,  und  Arslän  Jädhib  konnte  zu  seinem  Herrn  zurückkehren. ­
  Damit  hatte  die  Selbstständigkeit  Kkwärizms  ihr  Ende
erreicht;  es  war  eine  Provinz  des  Ghaznawiden-Reiches,  sollte
es  aher  nur  so  lange  bleiben,  als  die  Centralmacht  in  Ghazna
kräftig  genug  war,  um  den  grossen  Reichskoloss,  der  weder
durch  geographische  oder  nationale  Beziehungen,  noch  durch
gemeinschaftliche  Interessen  irgendwelcher  Art  zu  einer  politischen ­
  Einheit  geschaffen  und  geeignet  war,  mit  Waffengewalt
zusammenzuhalten.

II.  Dynastie  Altüntäsh  ((jLu&lÄjyJI).
Altüntäsh  war  eine  der  ersten  Grössen  des  Ghaznawiden-Reiclis
  und  ein  viel  erfahrener  und  bewährter  Diener  Mahmuds.
Auch  in  dieser  neuen  Stellung  rechtfertigte  er  das  in  ihn
gesetzte  Vertrauen  und  blieb  bis  an  sein  Ende  seinem  Herrn
treu.  Unterstützt  von  ’Abü-Nasr  ’Ahmad  ben  'Ali  ben  'Abdalsamad
  *,  der  ihm  zur  Contröle  als  Vezir  an  die  Seite  gestellt
wurde,  scheint  er  eine  gute  Verwaltung  geführt  zu  haben.
Eine  Truppe  von  7500  Reitern  2  unter  dem  Befehl  von  Kalbäk,
sowie  eine  Anzahl  Garden,  die  Mahmud  in  Khwärizm  zurückgelassen ­
  hatte,  wusste  er  in  gehöriger  Botmässigkeit  zu  erhalten
und  das  Land  vor  ihrer  Willkür  zu  schützen.
Als  nach  dem  Tode  Mahmuds  A.  H.  421  im  Rabl'  II.
(oder  den  11.  Safar)  die  Thronstreitigkeiten  zwischen  seinen
beiden  Söhnen  Mas'üd  und  Muhammad  ausbrachen,  erklärte  sich
Altüntäsh  für  ersteren  und  forderte  den  Muhammad  auf,  seinen
Ansprüchen  zu  dessen  Gunsten  zu  entsagen.  Ibn  Al’athir  IX,
282.  Diese  Zeit  inneren  Zwistes  benutzte  der  Fürst  von
Transoxanien,  'Alitegin,  um  Einfälle  in  Khuräsän  zu  machen.
Nachdem  Mas'üd  in  den  Vollbesitz  der  Herrschaft  gelangt  war,
befahl  er  Altüntäsh  den  'Alitegin  zu  züchtigen.  Im  Jahre  423

1  In  dieser  Form  ist  der  Name  überliefert  bei  Ibn  Arathir  IX,  294  und
’Ahmad  ben  Muhammad  ben  ‘Abdalsamad  bei  Mirchond,  Historia  Gaznevidarum
  243.  Albaihaki  nennt  ihn  gewöhnlich  ’Ahmad  f Abd-alsamad.
Vermuthlich  war  das  letztere  sein  Lakab  und  der  volle  Name  ’Abü-Nasr
’Ahmad  ben  r Ali  ben  Muhammad  (oder  ben  Muhammad  ben  c Ali)  c Abdalsamad.


,Königliche  Beiter 1 ,  Garden
            
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