298
Sachau.
nun ein Ultimatum an Ma’mün, indem er die Khutba, werthvolle
Geschenke und Geiseln verlangt. Ma’mün blieb nichts
übrig als zu gehorchen, und so kam ein Vergleich zu Stande.
In Nasa, Faräwa 1 und den übrigen Städten — mit Ausnahme
von Gurgänj und Khwärizm — sollte die Khutba in Mahmuds
Namen gelesen werden; ferner sollte Ma’mün ihm 80,000 Denare
und 3000 Pferde zugleich mit den Gelehrten, Richtern und
anderen der angesehensten Persönlichkeiten des Landes zuschicken.
Warum Mahmud diese letzteren verlangte, ob als
Geiseln oder aus irgend einem anderen Grunde, wird von
Albirüni nicht angedeutet.
Als das khwarizmische Heer, welches unter dem Oberbefehl
des Kämmerers Alptegin Bukhäri 2 in Hezärasp an der
Grenze gegen Khuräsan versammelt war, von diesem Vergleich
Kunde erhielt, zog es in offenem Aufruhr gegen die Hauptstadt
heran, ermordete den Vezir und die anderen Rathgeber Ma’müns;
andere flohen oder verbargen sich. Der Fürst selbst flüchtete
sich in das königliche Schloss; die Rebellen steckten es aber
in Brand, drangen ein und tödteten ihn. Dies geschah am
Mittwoch in der Mitte des Shawwal 407. Ma’mün starb in
einem Alter von 32 Jahren.
Die Rebellen setzten seinen Bruderssohn, den siebzehnjährigen
’Abü-alhärith Muhammad ben Ali auf den Thron und
machten ’Ahmad Tughän zu seinem Vezir. Factisch aber hatte
Alptegin alle Macht in Händen und trieb sein Unwesen vier
Monate lang (also von Mitte Shawwäl 407 bis Mitte Safar 408). 3
1 Nasä ist entfernt von Sarakhs 2, von Merw 5, von Abiward 1, von Nishäpür
6—7 Tagereisen. Faräwa ist ein kleiner Ort zwischen Nasä,
Dahistän und Khwärizm, eine von c Abdallah ben Tähir unter Ma’müns
Chalifat erbaute Poststation Yäküt IV, 776; III, 866.
2 Für Alptegin hat Al'utbi (Reynolds 444) und die von ihm
abgeleitete Tradition (Mirchond, Historia Gaznevidarum Cap. 14 und
Khwändamir, Habib-alsiyar in Elliots History of India IV. 176)
(Niyältegin, Yanälteg'in ?).
3 Albaihaki 848, 10: j! c\jö-S ^ iXXjiuj(«Ja.
JÜOjA" b dFLo iU Lb». Ow' (jba b
Das Subjeet sind ,die Rebellen 1 .