Karre I. Wahl znm römischen Könige.
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Bereits begann das Project vor einem andern zu weichen. 1
In Cambray sollte grosser Tag gehalten, ein Zug gegen die
Türken unternommen, Maximilian Generalcapitän des Kreuzheeres,
Ungarn, Kärnthen und Croatien dadurch gesichert werden.
Der englische Gesandte Knight legte aber Maximilian bei seiner
Zusammenkunft mit König Karl die Worte in den Mund:
mon fils vous ales trumper (tromper) les Frangois, et mois je va
trumper les Anglais. Was aber sein Project der Resignation
betreffe, so sei dies leeres Gerede. 2 Am 14. Febr. beschwor
Maximilian den Vertrag von Noyon ; dafür wurde ihm die Hand
der Madame d’Angouleme, Schwester 3 König Franz I., mit einer
Mitgift von 500,000 Kronen zugesagt. Dem Könige von England,
getäuscht wie er war, blieb nichts übrig, als gute Worte
mit guten Worten heimzuzahlen und gute Miene dazu zu machen,
dass der Kaiser mit englischem Gelde nach den Niederlanden
gekommen war, um dem den Engländern so verhassten Vertrag
von Noyon beizutreten. Statt die Räthe König Karls zu
stürzen, standen sie jetzt vielmehr hoch in der Gunst Maximilians
und die englischen Gesandten mussten jetzt selbst an
ihren Herrn berichten (27. März 1517), welch trügerisches
Spiel Maximilian mit diesem getrieben habe, jedoch ohne sein
Ziel zu erreichen, 4 aus französischen Händen Mailand zu
erlangen. Verona war seit dem 15. Januar in französischem
Besitz. 5
Seit der Ankunft Maximilians in den Niederlanden, seit der
Grossvater seinen klugen Enkel wiedergesehen, nahm Alles einen
anderen Ton an. Maximilian machte sich kein Hehl, dass
K. Karl bei den Spaniern nicht beliebt war, wohl aber Don Fernando,
der jüngere Bruder. Er erzählte am 18. April dem Grafen
von Worcester, er wolle, sobald K. Karl, welcher jetzt in Mecheln
sei , nach Antwerpen komme, mit ihm von seinem Abdicationsplan
sprechen, Karl solle König der Römer werden, und
1 Spinelli an König Heinrich 13. Febr. 1517. n. 2921.
2 Merae sunt nugae. Knight au Wolsey, 16. Febr. 1517.
3 Mutter, n. 2943.
1 n. 3076.
5 n. 2921.