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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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geblieben  zu  sein;  in  ihrem  Namen  wurde  das  Land  regiert,
der  Norden  mit  der  Hauptstadt  Gurgänj  von  einem  hierfür
speciell  ernannten  Gouverneur,  der  Süden  mit  der  Hauptstadt
Käth  von  den  Sprösslingen  des  alten  Chosroen-Geschlechts.
An  einzelnen  Thatsachen  aus  dieser  Periode  ist  nur  wenig
überliefert;  wir  erwähnen  das  Folgende:  der  Samanide  Nasr
ben  ’Ahmad  (A.  H.  301—331)  schickte  den  rebellischen  Gouverneur ­
  von  Bukhärä,  Muhammad  ben  Junaid',  nachdem  er
ihn  besiegt  und  gefangen  genommen  (306),  in  die  Verbannung
nach  Khwärizm.  Viel  später  (377)  verbannte  Null  ben  Mansür
seinen  Vezir  'Abdallah  ben  'Aziz  dorthin,  berief  ihn  aber  383,
als  Bughräkhän  sich  Transoxaniens  bemächtigt  hatte,  zurück
(Reynolds,  Kitab-i-Yamini  111.  124).
Zu  Anfang  des  Jahres  309  kämpfte  der  Khwarizmshäh
(sein  Name  wird  nicht  erwähnt)  im  Heere  seines  Lehnsherrn
Nasr  gegen  Lailä  ben  Nu'män,  den  General  des  Aliden  Hasan
ben  Käsim,  der  JDailam  und  Tabaristän  beherrschte  und  von
dort  aus  Khuräsän  den  Samaniden  zu  entreissen  suchte  (Histoire
des  Samanides  135).  Es  fehlte  aber  auch  nicht  an  Empörungsversuchen ­
  in  dieser  Periode.  'Abdallah  ben  Ashkäm  rebellirte
in  Khwärizm  gegen  Nüh  ben  Nasr  A.  H.  332;  er  wurde  in
die  Flucht  geschlagen  und  begab  sich  an  den  Hof  des  Türkenkönigs; ­
  von  diesem  an  Nüh  ausgeliefert,  wurde  er  amnestirt
(Ibn  Al’athir  VIII,  310;  Hist,  des  Samanides  249).
Dass  die  Khwärizmier,  sowohl  der  Statthalter  von  Gurgänj
als  auch  der  Khwarizmshäh,  ihrem  Lehnsherrn,  Nüh  ben  Mansür,
als  er  383  vor  Bughräkhän  (Shihäb-aldaula  Härün  ben  Sulaimän
  Ilek)  über  den  Oxus  floh  und  bei  Amubalshatt  seine
flüchtigen  Scliaaren  sammelte,  treue  Vasallendienste  leisteten,
und  dass  er  nach  seiner  Rehabilitation  sie  zum  Lohn  dafür,
den  ersteren  mit  Nasa,  den  letzteren  mit  Abiward  belehnte,
ist  schon  im  ersten  Theil  dieser  Beiträge  bemerkt.
In  den  beiden  letzten  Decennien  des  4.  Jahrhunderts  der
Flucht  traten  die  Samaniden  vom  Schauplatz  der  Geschichte
ab.  Die  äussere  Veranlassung  ihres  Sturzes  gab  ein  türkisches

1  Für  .  VI:bei  Mirehond  (Histoire  des  Samanides  134)  ist  bei  Ibn
Al’athir  VIII,  66  (\  ■  —  (?)  überliefert.
            
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