Sachau. Zur Geschichte und Chronologie von Khwärizm.
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Zur Geschichte und Chronologie von Khwarizm.
II. Theil.
Von
Dr. Ed. Sachau,
o. ö. Universitäts-Professor für oriental. Sprachen in Wien.
Xn dem Schematismus der arabisch-persischen Chroniken
bildet die Geschichte der Khwärizmshähs ein stehendes Capitel.
Mit diesem Namen wird nicht jenes alte einheimische Fürstengeschlecht
bezeichnet, welches seinen Ursprung von den
Kayaniern der eranischen Urgeschichte ableitete, mit dessen
Traditionen wir uns im ersten Theil dieser Beiträge beschäftigt
haben, sondern eine viel spätere Dynastie, die Nachkommen
des Anüshtegin, welche sieben an der Zahl von A. H. 490—
618 im Laude herrschten. Ursprünglich Lehensträger der
grossen Seldschuken-Fürsten erklärten sie sich unabhängig,
als das weitgedehnte Reich ihrer Lehensherren zerfiel, und es
gelang ihnen nach und nach fast den ganzen Osten desselben
ihrer Botmässigkeit zu unterwerfen. Die unter Cingizkhän
hereinbrechenden Mongolen stürzten den Thron der Khwärizmshähs,
und der letzte derselben, der ritterliche Jaläl-aldin Mankbarni
fiel nach jahrelangen, höchst abenteuerlichen Irrfahrten,
die in den Annalen des fahrenden Ritterthums ihresgleichen
suchen, A. H. 628 Shawwäl (A. D. 1231 August) durch die
Hand räuberischer Kurden.
Die Vulgata der auf die Khwärizmshähs bezüglichen
Tradition ist aus der grossen Compilation Mir Khäwands
(Mirkhonds), Raudat-alsafä von dem um orientalische Geschichte
scr hochverdienten französischen Akademiker C. Defremery im