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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Sachau.  Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwarizm.
II.  Theil.
Von
Dr.  Ed.  Sachau,
o.  ö.  Universitäts-Professor  für  oriental.  Sprachen  in  Wien.

Xn  dem  Schematismus  der  arabisch-persischen  Chroniken
bildet  die  Geschichte  der  Khwärizmshähs  ein  stehendes  Capitel.
Mit  diesem  Namen  wird  nicht  jenes  alte  einheimische  Fürstengeschlecht ­
  bezeichnet,  welches  seinen  Ursprung  von  den
Kayaniern  der  eranischen  Urgeschichte  ableitete,  mit  dessen
Traditionen  wir  uns  im  ersten  Theil  dieser  Beiträge  beschäftigt
haben,  sondern  eine  viel  spätere  Dynastie,  die  Nachkommen
des  Anüshtegin,  welche  sieben  an  der  Zahl  von  A.  H.  490—
618  im  Laude  herrschten.  Ursprünglich  Lehensträger  der
grossen  Seldschuken-Fürsten  erklärten  sie  sich  unabhängig,
als  das  weitgedehnte  Reich  ihrer  Lehensherren  zerfiel,  und  es
gelang  ihnen  nach  und  nach  fast  den  ganzen  Osten  desselben
ihrer  Botmässigkeit  zu  unterwerfen.  Die  unter  Cingizkhän
hereinbrechenden  Mongolen  stürzten  den  Thron  der  Khwärizmshähs, ­
  und  der  letzte  derselben,  der  ritterliche  Jaläl-aldin  Mankbarni
  fiel  nach  jahrelangen,  höchst  abenteuerlichen  Irrfahrten,
die  in  den  Annalen  des  fahrenden  Ritterthums  ihresgleichen
suchen,  A.  H.  628  Shawwäl  (A.  D.  1231  August)  durch  die
Hand  räuberischer  Kurden.
Die  Vulgata  der  auf  die  Khwärizmshähs  bezüglichen
Tradition  ist  aus  der  grossen  Compilation  Mir  Khäwands
(Mirkhonds),  Raudat-alsafä  von  dem  um  orientalische  Geschichte
scr  hochverdienten  französischen  Akademiker  C.  Defremery  im
            
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