G oldbaclier. Ueber Handschriften der Briefe des Augustinus.
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Ueber Handschriften der Briefe des Augustinus.
Reisebericht
von
Dr. Alois Goldbacher.
Hohe k. Akademie der Wissenschaften!
Da Referent für das corpus scriptorum ecclesiasticorum
latinorum die Herausgabe der Briefe des Augustinus übernommen
und zu diesem Zwecke im Aufträge einer h. k. Akademie der
Wissenschaften im Wintersemester des Jahres 1872/3 die Bibliotheken
Italiens besucht hat, um das dort vorhandene handschriftliche
Material zu sammeln, so erlaubt sich derselbe über
den Erfolg seiner Arbeiten in diesen Zeilen kurzen Bericht
zu erstatten. Eine eingehendere Beurtheilung der einzelnen
Handschriften kann natürlich an dieser Stelle noch nicht geboten
werden. Dazu ist eine vollständigere Sammlung des kritischen
Materiales nöthig und insbesondere eine Vergleichung der französischen
Handschriften, die hier, so viel man aus der Ausgabe
der Mauriner ersehen kann, von der grössten Bedeutung sind.
Auch macht die Art der Ueberlieferung dieser Briefe die Arbeit
etwas verwickelter; denn es gibt verhältnissmässig nicht
viele Handschriften, in denen eine grössere Anzahl derselben
enthalten ist. So sind z. B. von den 293 Briefen der Migneschen
Ausgabe unter den italienischen Handschriften bis zum
XI. Jahrhundert nur in dem einzigen Cod. Cassinensis 16 19
deren 93 beisammen, während unter allen anderen Handschriften
die Zahl 25 im Cod. Palat. 209 die höchste ist. Je geringer
aber das Material ist, das eine einzelne Handschrift bietet,
desto geringer sind natürlich in der Regel auch die Anhaltspunkte
für die Beurtheilung derselben. Erst die kritische Bearbeitung
des Autors selbst kann da grössere Sicherheit gewähren.