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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Ueber  ILindschrifteu  des  Ambrosius.

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Codex  für  mich  vollständig'  collationiren  zu  lassen.  Die  Handschrift ­
  der  Sermones  war  in  der  Sessoriana  nicht  vorhanden
und  alle  Versuche  dieselbe  zu  sehen  blieben  fruchtlos.  Bei
dieser  Gelegenheit  möchte  ich  die  Frage  anregen,  wie  sich  die
h.  Akademie  bei  der  Ausgabe  der  Kirchenväter  gegenüber  den
in  den  einzelnen  Codices  unter  verschiedenen  Namen  überlieferten ­
  Sermones  zu  verhalten  gedenkt.  Dieselben  tragen  nämlich
bald  die  Aufschrift  Sermo  S.  Augustini,  bald  die  Sermo  S.  Ambrosii,
  bald  führen  sie  den  Namen  des  Hieronymus;  in  der
That  aber  gehören  sie  keinem  der  Genannten  an,  sondern  sind
spätere  Erzeugnisse,  die  sich  einem  bestimmten  Autor  nicht
mit  Sicherheit  beilegen  lassen.  Vielleicht  wäre  es  zweckmässig,
diese  Sermones  von  den  Ausgaben  des  Ambrosius,  Augustinus
und  Hieronymus  auszuschliessen  und  in  einem  besonderen
Bande  zu  veröffentlichen.
Die  Handschriften  in  Monte  C  a  s  s  i  n  o  hat  mein  Begleiter, ­
  Hr.  Prof.  Dr.  Goldbacher,  der  sich  daselbst  längere
Zeit  aufhielt,  für  mich  eingesehen.  Es  sind  dies  cod.  4,  5  und
154.  Der  erste,  saec.  VIII  —  IX,  welcher  die  Bücher  de  fide,
de  spiritu  sancto,  de  incarnationis  dominicae  sacramento  enthält,
wurde  vollständig  collationirt,  da  er  als  Führer  der  zweiten,
interpolirten  Classe  von  ziemlicher  Bedeutung  für  die  Texteskritik
  ist.  Von  den  beiden  anderen  5  (saec.  XI,  expositio  in
Lucam)  und  154  (saec.  XI,  expositio  in  psalmum  CXVIII)
wurden  blos  Proben  genommen,  woraus  sich  ergab,  dass  diese
Codices  allerdings  zu  den  guten  gehören.  Da  aber  für  diese
Schriften  zahlreiche  ältere  und  werthvolle  Handschriften  vorhanden ­
  sind,  so  wird  eine  vollständige  Vergleichung  derselben
kaum  nothwendig  sein.  Zum  Ersätze  für  die  aufgewendete  Zeit
und  Mühe  habe  ich  Hrn.  Goldbacher  in  Rom  und  Florenz
einige  Collationen  gemacht,  worüber  er  in  seinem  Berichte  das
Notlüge  bemerkt  hat.
Die  Laurentiana  hat  nur  wenige  sehr  alte  Handschriften
von  Kirchenvätern;  für  Ambrosius  fand  sich  blos  ein  Codex
aus  dem  zehnten  Jahrhunderte,  nämlich  Aedil.  Flor.  eccl.  82,
der  f.  73  die  epistula  ad  Siricium  und  f.  16.0  Excerpte  aus
dem  zweiten  Buche  de  fide  enthält.  Zahlreich  dagegen  sind
die  Handschriften  aus  dem  eilften  und  zwölften  Jahrhunderte,
von  denen  ich  eine  Reihe  eingesehen  habe,  um  zu  erproben,
            
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