Ueber ILindschrifteu des Ambrosius.
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Codex für mich vollständig' collationiren zu lassen. Die Handschrift
der Sermones war in der Sessoriana nicht vorhanden
und alle Versuche dieselbe zu sehen blieben fruchtlos. Bei
dieser Gelegenheit möchte ich die Frage anregen, wie sich die
h. Akademie bei der Ausgabe der Kirchenväter gegenüber den
in den einzelnen Codices unter verschiedenen Namen überlieferten
Sermones zu verhalten gedenkt. Dieselben tragen nämlich
bald die Aufschrift Sermo S. Augustini, bald die Sermo S. Ambrosii,
bald führen sie den Namen des Hieronymus; in der
That aber gehören sie keinem der Genannten an, sondern sind
spätere Erzeugnisse, die sich einem bestimmten Autor nicht
mit Sicherheit beilegen lassen. Vielleicht wäre es zweckmässig,
diese Sermones von den Ausgaben des Ambrosius, Augustinus
und Hieronymus auszuschliessen und in einem besonderen
Bande zu veröffentlichen.
Die Handschriften in Monte C a s s i n o hat mein Begleiter,
Hr. Prof. Dr. Goldbacher, der sich daselbst längere
Zeit aufhielt, für mich eingesehen. Es sind dies cod. 4, 5 und
154. Der erste, saec. VIII — IX, welcher die Bücher de fide,
de spiritu sancto, de incarnationis dominicae sacramento enthält,
wurde vollständig collationirt, da er als Führer der zweiten,
interpolirten Classe von ziemlicher Bedeutung für die Texteskritik
ist. Von den beiden anderen 5 (saec. XI, expositio in
Lucam) und 154 (saec. XI, expositio in psalmum CXVIII)
wurden blos Proben genommen, woraus sich ergab, dass diese
Codices allerdings zu den guten gehören. Da aber für diese
Schriften zahlreiche ältere und werthvolle Handschriften vorhanden
sind, so wird eine vollständige Vergleichung derselben
kaum nothwendig sein. Zum Ersätze für die aufgewendete Zeit
und Mühe habe ich Hrn. Goldbacher in Rom und Florenz
einige Collationen gemacht, worüber er in seinem Berichte das
Notlüge bemerkt hat.
Die Laurentiana hat nur wenige sehr alte Handschriften
von Kirchenvätern; für Ambrosius fand sich blos ein Codex
aus dem zehnten Jahrhunderte, nämlich Aedil. Flor. eccl. 82,
der f. 73 die epistula ad Siricium und f. 16.0 Excerpte aus
dem zweiten Buche de fide enthält. Zahlreich dagegen sind
die Handschriften aus dem eilften und zwölften Jahrhunderte,
von denen ich eine Reihe eingesehen habe, um zu erproben,