Karl’s I. Wahl znra romiachen Könige.
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allgemein behauptete, mit französischem Gelde erkauften Käthe
König Karl’s erwartet werden konnte. Offenbar unter Einfluss
des Vertrages von Noyon kam am 20. October das Project
eines Bundes zwischen dem Papste, dem Kaiser, König Heinrich,
Juana und Karl I. von Castilien und den Schweizern
zu Stande. 1 Der Kaiser sollte sich zum Sturze der Räthe
seines Enkels nach Flandern begeben, König Heinrich ihm
folgen, der Kaiser die rechtmässigen Erben mit Mailand belehnen,
Mailand solle dann an König Heinrich die zur Vertreibung
der Franzosen aufgewendeten Kriegskosten bezahlen.
Der Cardinal von Sitten war zu diesem Zwecke nach England
gekommen, von welchem, wie Giustiniani am 21. Oct. an den
Rath der Zehn schrieb,- jetzt alles abhängt. Er hatte Recht.
Schon am 29. October folgte ein grosser Bund zur Vertheidigung
der Kirche von Seiten König Heinrichs, des Kaisers,
der Königin Juana und König Karls mit der Einladung, an
Papst und Schweizer, ihm beizutreten; 3 am 1. Nov. wurde er
in London von dem Könige, dem kaiserlichen und spanischen
Gesandten beschworen. 1 Der Sturz Chievres und des Kanzlers
König Karls war damit beschlossen. Maximilian hoffte, sein
Enkel werde von Tag zu Tag mehr ,aus einem Kinde ein
Mann werden' und sich von Chievres Einfluss emancipiren. 5
Er war überzeugt, dass König Karls geheimer Rath so von
französischen Versprechungen und französischem Gelde gewonnen
und verblendet war, dass sich die Mitglieder desselben
eben so wenig um ihren Herren als um ihn kümmerten und bereit
waren, die ganze Christenheit in französische Hände zu legen.
Neue Combinationen verdrängten jetzt sehr bald die alten;
die Verfügung über Mailand zu Gunsten König Heinrichs trat
vor dem Projecte der Anerkennung des Herzogs von Bari als
Herzog von Mailand 6 in den Hintergrund, aber auch die Hoffnung,
dass der jugendliche König seine Räthe fallen lassen
1 n. 2463. p. 767.
2 n. 2470.
3 n. 2486. 2497.
4 Bericht Giust.iniani's v. 1. Nov. Ara 8. December 1516 beschwor ihn
Maximilian in der Kirche zu Hagenau. Letters n. 2647.
5 n. 2531.
c n. 2586.