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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Mündung  mehr  und  mehr  versandete,  bis  der  Fluss  nicht  mehr
bis  zum  caspischen  Meere  Vordringen  konnte,  wann  er  endlich
in  seiner  ganzen  den  Südrand  des  Ust-jurt  umrahmenden  Linie
aufhörte  zu  fliessen,  gestatten  unsere  unvollkommenen  Quellen
im  einzelnen  nicht  zu  bestimmen.
4.  Der  Jaxartes  kann  in  geschichtlicher  Zeit  niemals  einen
Weg  eingeschlagen  haben,  der  von  dem,  welchen  er  jetzt  einhält, ­
  wesentlich  abwich.  Nur  lässt  sich  bis  auf  weiteres  vermuthen,
  dass  seine  Mündung  westlicher  lag,  dass  er  der  Furche
des  heute  trockenen  Dschan-derjä  gefolgt  ist.  Beide  Flüsse  gehorchen ­
  wie  andere  Meridianflüsse  unter  der  beständigen  Einwirkung ­
  der  Erdumdrehung  der  Neigung,  ihren  Lauf  östlicher
zu  legen.
5.  Die  Unregelmässigkeiten  im  Wasserstande  des  Aral,
die  übrigens  nicht  so  bedeutend  sind,  hängen  wohl  hauptsächlich ­
  mit  dem  periodischen  Wechsel  der  Niederschlagsmengen
im  hohen  Quellbezirke  der  beiden  ihn  füllenden  Ströme  zusammen. ­
  Die  Verdunstung,  welche  auf  dem  ganzen  Gebiete
unter  der  Einwirkung  des  Nordostpassats  eine  besonders  energische ­
  ist,  dürfte  den  Zufluss  überwiegen.  Doch  schwerlich
bedeutend,  da  —  wenn  wir  vom  austrockn  enden  Laudänbusen
absehen  —  noch  keine  ansehnlichen  Verminderungen  in  der
Wasserbedeckung  beobachtet  sind,  Beobachtungen  von  wenigen
Jahren  aber  ausser  Stande  sind,  unerschütterliche  Grundlagen
für  derartige  Behauptungen  abzugeben.  Was  Reisende  bei
flüchtigem  Verweilen  auf  Grund  von  Behauptungen  der  Eingebornen
  oder  im  Vertrauen  auf  die  Sicherheit  ihres  Blickes
aufgestellt  haben,  darf  keinen  Anspruch  auf  wissenschaftlichen
Werth  machen.

Anhang.
Herodots  Araxes,  den  ich  nach  Befreiung  der  ihm  vom
armenischen  Araxes  übertragenen  Züge  als  den  Oxus  bezeichne,
ist  der  äusserste  von  den  grossen  zum  Norden  gewendeten
Strömen  Asiens,  von  denen  dieser  welterfahrene  Schriftsteller
gehört  hat.  Dass  ihm  gerade  von  diesem  noch  Kunde  zukam,
            
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