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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Aralseefrnge.

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er  kennt  Marginan,  wo  die  Aprikosen  vom  zartesten  Geschmacke
sind,  und  Asfara,  das  reich  ist  an  klaren  Gewässern,  kurz  er
kennt  das  Thal  des  Jaxartes  auf  der  vergleichsweise  kurzen
Strecke  vom  Zusammenflüsse  des  Narim  und  Gulischan  bis  zur
Nordwendung  des  Flusses,  d.  i.  7  Längengrade  und  6  Breitengrade ­
  entfernt  von  der  Mündung.
Es  ist  also  zwar  richtig,  dass  Baber  die  Topographie
seiner  Heimath,  nämlich  Ferganas  genau  kannte,  es  ist  aber
durchaus  unwahr,  wenn  man  behauptet,  dass  er  die  Geographie
des  gesammten  Jaxartesgebiets  genau  kannte.  Ueber  das  Mündungsland ­
  wusste  er  offenbar  so  wenig  wie  irgend  ein  Anderer,
der  vor  ihm  darüber  geschrieben;  seine  Kenntniss  der  lachenden
Gartengründe  des  Oberlaufs  nützte  ihm  nichts  für  die  öden
Schilfmoore  im  Delta,  die  sein  Auge  niemals  gesehen  hat.  Der
stärkste  Beweis  dafür,  dass  er  keine  Kenntnisse  über  den  Flusslauf ­
  von  unterhalb  Taschkend  hesass,  liegt  darin,  dass  er  die
Mündung  des  Jaxartes  unweit  der  Stadt  Turkistan  ansetzt,  von  wo
der  Fluss  noch  über  anderthalbhundert  Meilen  Laufes  bis  zum  See
zurücklegen  muss,  denn  nur  die  Stadt  Turkistan,  welche  auch
Hazret-i  Turkistan  heisst,  ist  hier  zu  verstehen,  nicht  das  Land
Turkistan,  man  wollte  ihn  denn  die  Ungereimtheit  sagen  lassen,
der  Sir  fliesse  aus  dem  Lände  Turkistan,  von  dem  Fergana
einen  Theil  bildet,  nach  Land  Turkistan.
Es  darf  auch  Niemanden  Wunder  nehmen,  dass  Babers
Kenntnisse  so  wenig  an  den  unteren  Jaxartes  reichen.  Abgesehen ­
  von  dem  geringen  Intex-esse,  welches  die  wüsten  Strecken
dieses  von  feindlichen  Stämmen  besetzten  Theiles  für  ihn  haben
mussten,  abgesehen  davon,  dass  geographische  Fragen  als  solche
seine  Aufmerksamkeit  durchaus  nicht  erregten,  so  verliess  der
jugendliche  Fürst  nach  einer  Regierung  von  fünf  Jahren  schon  im
Alter  von  siebzehn  Jahren  das  Land,  flüchtig  vor  den  Uzbegen,
und  begab  sich  nach  Ghazna,  um  seine  Heimath  nicht  wieder
zu  sehen.  Er  schrieb  seine  Memoiren  nach  der  Erinnerung,  die
ihm  über  das  entfernte  Deltaland  keinen  Stoff  bot.  Sein  Zeugmss
  kann  auf  keinen  höheren  Werth  Anspruch  machen,  als  das
des  chorasanischen  Ungenannten,  mit  dem  er  übrigens  nicht
einmal  übereinstimmt,  denn  nach  Baber  erstickt  der  Jaxartes
im  Sande  und  erreicht  kein  Meer,  und  nach  dem  chorasanischen
Ungenannten  endet  er  im  caspischen  Meere.
            
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