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Roesler.
Einen neuen positiven Beweis gegen die Mündung des
Jaxartes in deii Aralsee, einen letzten für die Nichtexistenz des
Sees in der Zeit von 1300—1500 soll Kaiser Zehir el-din Muhainmed
Bah er liefern, der Stifter des mongolischen Reichs in
Indien. Derselbe hat in tschagataischer Sprache, dem türkischen
Dialekte seiner Heimath, Denkwürdigkeiten geschrieben, die
unter dem Namen Baber-name bekannt und geschätzt sind. Dieser
nun berichtet: Der Fluss Sihün, den man auch Fluss von Ohodschand
nennt, kommt von Nordost und fliesst dann in westlicher
Richtung durch die Mitte des Landes (Fergana). Im Norden
von Chodschand und südlich von Fenakand, welches jetzt allgemein
unter dem Namen Shalirochieh bekannt ist, wendet er
sich nordwärts und fliesst gegen Turkistän, wo er sich mit Ungestüm
im Flugsande verliert, ohne sich in einen andern Fluss
oder in ein Meer zu ergiessen. An diesem Strome befinden sich
sieben Städte, fünf am südlichen, zwei am nördlichen Ufer. 1
Was bei dieser Mittheilung des Sultans, dem man eine
genaue Kenntniss der Topographie des gesammten Aralgebietes
zuschreiben will, auffallt, ist ihre äusserste Kürze. Es ist dies
nicht die umständliche Beschreibung eines der ein geographisches
Object genau kennt; soviel hätte auch der Compilator
eines geographischen Handbüchleins in der Entfernung von
1000 Meilen schreiben können. Wer die gesammte Beschreibung
von Fergana in Baber-name aufmerksam liest, erkennt auch
sogleich, wo der Sultan recht zu Hause war. Das war in Andidschan,
seiner und seines Vaters Residenz, wo die köstlichsten
Trauben und Melonen, gedeihen, Melonen, die nach unserem in
Früchten feinschmeckerischen Sultan nirgends in der Welt
besser sind als hier und in Achsia. Er kennt das gartenreiche
Kasan und Chodschend, dessen Granatäpfel so gerühmt werden,
1 J. Klaproth, Memoires relatifs a TArie. Paris 1826. 2, 128. II se retourne
au nord et coule vers le Turkestän, oü il se perd avec impetuosite dans
les sables mouvans, sans se meler k aucun autre fleuve ni k aucune autre
mer. Bei John Leyden, The Memoirs of Baber, London 1826, S. 1 lautet
die Stelle thence (Shakrokhia), inclining to the north, flows down towards
Turkestän; and meeting with no other river in its course, is wholly
swallowed up in the sandy desert considerably below Turkestän, and
disappears.