Die Aralseefrage.
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dem Perser Abd-el-razzak Samarkand! (1413—1482) einen Mann
kennen, der unter den Geschichtsschreibern des Ostens durch
Klarheit und Ungesuchtheit des Ausdrucks einen der ersten
Plätze einnimmt, ich lernte aus den bedeutenden Bruchstücken,
welche Quatremere in Uebersetzung mittheilt, das Geschichtswerk:
,Aufgang der beiden günstigen Gestirne und Vereinigung
der beiden Meere' als eine werthvolle Bereicherung zur Kenntniss
der Timuridengeschichte des 15. Jahrhunderts kennen,
ich erfuhr aber auch, dass das Lob Quatremeres sich einzig
und allein auf Abd-er-razzäk bezieht, dass es einzig und allein
dem geschichtlichen Wertlie seines Werkes gilt. 1 Was ich
aber nicht fand, war, dass Quatremere von einem Herater Manuscripte
rede, aus dem der welterfahrene Geschichtsschreiber
einen grossen Theil seines Buches Wort für Wort abgeschrieben
habe.
Und nun muss die Frage aufgeworfen werden Ä AVer hat
den Nachweis geliefert, dass das bisher ungedruckte und unübersetzte
Manuscript des chörasanischen Ungenannten eine so
wichtige Grundlage für Abd-el-razzaks Matla' as-sa’dein u
magma’ al-bahrein abgegeben habe. So lange keine Antrvort
erfolgt ist, darf man sich wol beikommen lassen, die Ansicht
zu hegen, dass es schAver angehe, aus einer Geographie
von Chorasän die Geschichte der mongolischen Herrscher während
eines Zeitraumes von 171 Jahren in ausführlicher geordneter
Darstellung zu schöpfen, und dass die gelegentliche Entlehnung
geographischer Notizen aus der Schrift des chörasanischen Ungenannten,
wenn sie wirklich stattfand, noch nichts beweisen
kann, Aveder für den absoluten Werth der von ihm benutzten
geographischen Quelle als solcher, noch weniger dafür, dass
diese geographische Quelle Averthvolle Aufschlüsse da enthielt,
wo sie Abd-cl-razzak selbst unbenutzt liess, d. i. in der Frage
vom Aralsee.
1 Notices et Extraits des Manuscrits de la Bibliotheque du Roi XIV,
1 partie S. 2: On doit mettre au premier rang l’histoire mtitulee Matlaassaade’in
(le Lever des deux astres heureux), compose en persan par
Abderrazzak Samarkandi, qui etait contemporain des faits, qu’il raconte
et dont l’ouvrage est, sans contredit, un des plus curieux et de plus veridiques
qui aient ete ecrits dans les langues de l’Orient.