Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Aralseefrage.

239

mittleren  Kirgisenhorde  im  Norden  begrenzt  und  dass  sein
grosser  Fluss,  den  man  für  den  Sir  erklären  will,  der  Tschui
ist,  der  in  den  Saumal-kol  sich  ergiesst.  Ruysbroeck  ist  also
viel  zu  weit  im  Norden  und  Osten  des  Aralsees  geblieben,  als
dass  er  über  diesen  Aufschluss  gewinnen  konnte,  oder  dass
man  aus  seinem  Stillschweigen  irgend  einen  Schluss  auf  das
Dasein  des  Sees  zu  ziehen  das  Recht  hätte.
Sodann  wird  Werth  gelegt  auf  das  Stillschweigen  Marco
Polo’s,  der  an  keiner  Stelle  seines  Werkes  die  leiseste  Andeutung ­
  über  den  Aralsee  gewähre.  Zunächst  darf  man  von  Marco
Polo  genauere  Aufschlüsse  nur  über  die  Reisen  erwarten,  an
denen  er  selbst  Theil  nahm,  die  frühere  Ausfahrt  seines  Oheims
und  Vaters  hat  er  nur  mit  ganz  wenigen  Strichen  skizzirt.  Er
selbst  aber  ist  bei  seiner  Anabasis  viel  südlicher  geblieben,
indem  er  von  Ormuz  über  Kermän  und  Baleh  nach  Badachschan
  aufstieg  und  sodann  an  den  Quellsee  eines  Flusses  gelangte, ­
  den  er  wie  es  scheint  weit  entfernt  war,  für  denselben
Amu  zu  halten,  von  dem  er  in  Baleh  hätte  Kunde  einziehen
können,  er  nennt  ihn  nur  den  grossen  Fluss  von  Badachschan
(Baudascia).  Auf  seiner  Rückreise  1295  ist  er  wieder,  bei  Ormuz
ans  Land  steigend,  über  Tebriz  nach  Trapezunt  heimgegangen.
Dann  werden  wir  auf.Balducci  Pegoletto  verwiesen,
welcher  ,genaue  Details  über  die  damals  übliche  Plandelsroute
gegeben  und  dabei  den  Handelsreisenden  nach  der  Tartarei  den
Rath  ertheilt  habe:  sie  könnten  allenfalls  den  Umweg  über  Urgendsch
  machen,  sonst  aber  würden  sie  fünf  bis  zehn  Tage  ersparen,
wenn  sie  direct  von  Saraichik  am  Jaik  nach  Otrar  am  Jaxartes
gingen,  also  eine  Linie  einschlügen,  die  genau  quer  durch  das
gegenwärtige  Bett  des  Aral  führen  müsste/  Solche  Weisung
erging  aber  um  1340.
Pegoletto’s  Routier  für  die  Karawanen  ist  vor  allem  keine
Reisebeschreibung,  die  es  für  nothwendig  erachtet,  auch  auf
grössere  Objecte,  die  links  und  rechts  vom  besuchten  Wege
liegen,  hinzuweisen.  Es  ist  ein  mageres  dürftiges  Notizblatt,
das  uns  Pegoletto  bietet. 1  Man  dürfte  ebensowol  aus  einer

1  Um  den  Leser  zu  überzeugen,  folgt  hier  die  berührte  Stelle;  ich
citire,  da  mir  Pagniui  ohnehin  nicht  zugänglich  ist,  nach  Yule  Cathay
and  the  Way  tliither  (2,  App.  LXV),  der  auf  die  Handschrift  selbst  zurück-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.