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weit über die Stadt hinaus gereicht habe. Ob der Fluss aber
jemals ganz versiegt sei, oder ob er zu irgend einer Zeit Kunä-Urgendsch
nicht erreicht habe, darüber konnte ich keine Nachricht
erhalten/
Vom 13. Jahrhundert an, sagt man, sei der Oxus
wieder nicht mehr in den Aralsee, sondern in das caspisclie
Meer geflossen, während der Jaxartes entweder sich in der
Wüste verlor, oder mühsam danach rang, sich mit dem Oxus
zu vereinigen. Es wird hier wieder von dem Stillschweigen
der Schriftsteller ein ausgedehnter Gebrauch gemacht. Es wird
der häufigen Missionen gedacht, welche damals zu den Mongolen
entsendet wurden und mit Nachdruck hervorgehoben, dass auch
nicht ein einziger der den Missionären zu verdankenden Reiseberichte
des Aralsees gedenkt, ,obwohl in den meisten Fällen
die Route der Reisenden an denselben oder über denselben führte'.
Nachdem oben gezeigt worden ist, dass wir für die aralische
Mündung des Oxus Zeugnisse besitzen, welche bis in das 14. Jahrhundert
herabreichen, so sei denn hier jenes ,Stillschweigen' über
den See selbst, aus dem so viel erschlossen wird, mit einigen
Worten geprüft. Zuerst soll es Ruysbroeck sein, der 1253 den
unteren Jaxartes hinabgefahren sei und dann erzählt habe, dass
dieser Strom nicht etwa in einen See fliesse, sondern in der
Wüste verrinne, wo er ausgedehnte Moräste bilde.
So steht denn nun vor Allem die Sache nicht. Ruysbroeck
ist den Jaxartes niemals hinabgefahren, ja hat ihn gar
niemals berühren können, da er vom Jaikflusse ungefähr 37 Tage
lang in starken Märschen immer gegen Osten zog. Erst dann
wendete er sich südlich und ging acht Tage lang an Gebirgen
hin; am achten Tage sah er ein hohes Gebirge im Süden und
gelangte am folgenden Tage an einen ,grossen Fluss, der aus
dem Gebirge komme, südöstlich vom Jaik fliesse und sich in
Sümpfe verliere'. 1 Da er den Handelsplatz Talas rechts Hess,
darauf über den Ili setzte, so kann man nicht anders folgern,
als dass die Bergkette, an der er acht Tage lang hinzog, diejenige
ist, welche die Steppe Badpak-Dala, die Steppe der
1 Recuc-il des Voyagt-s IV, 278.