Die Aralseefrage.
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über, welches 170 Werste von Alt-Urgendsch inmitten der
fruchtbarsten Landschaft liegt. Eine neue Ansiedlung unweit
der Stelle des früheren Alt-Urgendsch, welche in diesem Jahrhundert
entstand, ist bisher unansehnlich geblieben. Parallel
mit diesem Verfalle nahm die Austrocknung des Oxusarmes
zu, der für Kuhne-Urgendsch einst den Werth eines der Canäle
hatte, welche die anderen Städte anlegten, um sicher vor den
Ueberschwemmungen des Oxus, an den Vortheilen seines befruchtenden
Wassers theilzunehmen.
Immer schmaler wurde das aus dem Laudän sich abzweigende
Rinnsal des Scharkrauk. In welchem Zustande er
sich jetzt darstellt, lässt der Bericht Basiners erkennen, der
hier eine Stelle finden möge. Dieser tüchtige Beobachter schreibt:
,Am 15. September (1842) verliessen wir wieder Kunä-Urgendsch
und durchwateten an der Ostseite der Stadt den Fluss
Sarkrauk, welcher ungefähr 20 Werste nordöstlich aus dem
Laudän, einem Arm des Amu-darja, entspringt. Er nahm an
der Stelle unseres Uebergang-s, welche in dieser Gegend die
schmälste war, kaum den zehnten Theil des ganzen, deutlich
erkennbaren Bettes ein und bildete einen kleinen Strom von
60—70 Fuss Breite und 2 Fuss Tiefe, der sich sein Rinnsal
am rechten oder westlichen Ufer des Bettes gebahnt hatte.
Die übrige Breite des Bettes war zum Theil mit noch weichem,
zum Theil mit schon ausgetrocknetem Schlamm und Sand bedeckt,
so dass keine scharfe Grenze zwischen dem Flussbette
und den ziemlich hohen Sandhügeln, welche dieses Ufer einschliessen,
vorhanden war. Auch das westliche Ufer ist sehr
sandig, doch sind die Hügel hier nicht so gross und hoch, wie am
Ostufer. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass das Bett
einst breiter als jetzt gewesen sein mag. Die Chiwaer behaupten,
dieser Fluss habe sich ehemals ins caspische Meer ergossen
und erweitere sich jetzt seit einigen Jahren wieder zusehends,
indem er sich schon bis auf zwei Tagereisen weit jenseits Kunä-Urgendsch
erstrecke, während er vorher nur einige Werst
Wüste Kara Kum; hier kreuzen sicli die Strassen von Persien nach dem
unteren Jaxartes und von Buchära nach dem caspischen Meere. Ueber
den heutigen Zustand von Alt-Urgendsch gibt Belehrung Danilewski, Opisanie
Chiwinskago Chanstwa. Zapiski geogr. obscestwa. Sankt-Peterb.
1851. V., 107.