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Roes ler.
nur Sümpfe bestanden, 1 ja man geht so weit, zu meinen, dass
auch nicht ein Tropfen, weder vom Oxus noch vom Jaxartes,
in das caspische Meer gelangt sei. Doch schon im Jahre 1221
soll sich ein Ereigniss zugetragen haben, welches den Oxus
wieder in seine westliche Bahn zurück trieb, ,1m Jahre 1221
geschah es, dass Oktai Chan, Sohn des Dschingiz Chan, bei
der Belagerung von Urgendsch zum ersten Male den Oxusdamm
durchbrach, welcher das Einströmen der Irrigationsgewässer
in den alten Canal regulirte und indem er auf solche Weise
die ganze Gewalt der Strömung gegen die Stadtwälle wirken
liess, dieselben unterwusch und zerstörte. Wir wissen nicht,
was eigentlich auf die Zerstörung dieses Dammes erfolgte, und
ob mit dieser Operation etwa eine Absperrung des zum Aral
führenden Armes unterhalb der Ableitungsstelle Hand in Hand
ging; aber nur wenige Jahre später, 1224, finden wir in Yacuts
Beschreibung der Halbinsel Mangyschlak die erste Notiz davon,
dass der Oxus neuerdings seinen Weg zum Caspisee genommen.
Wir dürfen demnach in diesem Falle diese grosse Veränderung
der physischen Geographie jener Region, die mit der Austrocknung
des Aral endete, um so mehr und um so sicherer Oktais
künstlicher Zerstörung des Dammes von Urgendsch zuschreiben,
als Hamdullah Mustowfi, welcher im folgenden Jahrhunderte,
etwa um 1330 n. Chr., die Aenderung des Oxuslaufes vom Aral
zum Caspisee beschreibt, dabei ausdrücklich sagt, dass dieses
Ereigniss um die Zeit des Entstehens des grossen Mongolenreiches
sich zutrug. Gleichzeitig mit der Zerstörung von Urgendsch
muss jedoch am Oxus eine zweite Krisis eingetreten
sein, welche den oberen oder südlichen Arm dieses Stromes
öffnete, denn der durch Hamdullah beschriebene Canal ist
nicht der nördliche Arm von Urgendsch, sondern jener, der von
Hezarasp durch den Pass von Muslim und Kurlawa nach Akritscheh
am caspischen Meere floss und seine Mündung wahrscheinlich
bei dem heutigen Orte Aktübbe, ein wenig nördlich
von der Atrekmündung, hatte/ 2
1 So bei Masudi im kitdb el tenbih (Notices et extraits VIII 154). Quelquesuns
disent que le Gihon se perd dans des etangs et des lieux marecageux.
2 Ausland a. a. O. 321.