Die Aralseefrage.
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sollte, kann nicht heraus. Sie ist mit einem untiefen salzigen
Wasser, oder vielmehr mit einer breiten salzigen Pfütze umgeben.
Die Insel selbst ist länglich, ihr Umkreis beträgt gegen
15 Werste. Mitten auf derselben entdeckt man ein grosses
altes, nicht hohes Gebäude, dessen Erbauer nicht bekannt ist.
Man nennt sie auch die Zauberinsel, weil man sie für eine
Wohnung böser Geister hält. Nach der Aussage derjenigen
die nicht weit von der Insel gewesen sind, hört man dort des
Abends und die ganze Nacht hindurch ein Heulen verschiedener
Thiere, das Bellen der Hunde und Geschrei der Nachtvögel.
Dies Alles bewirkt eine so schreckliche Furcht, dass Niemand
sich auf die Insel wagt/
Ich constatire zunächst, dass Berrasin-Gelmaz, Barsa-Kilmesh
und viele andere ähnliche nichts anderes als mehr minder
verderbte Schreibungen der osttürkischen und kirgisischen Worte
Barsa Kilmez sind und dass diese in ihrer prägnanten Form in der
That bedeuten, wer dahinein käme, kommt nicht heraus'. Was aber
ist dies Barsa-Kilmez? Zunächst giebt es zwei Orte des Namens:
so nämlich heisst eine Insel des Aralsees, welche aber hier
nicht gemeint ist und ihre Benennung davon tragen soll, dass
die Kirgisen, welche, wenn der See gefroren ist, mit ihrem
Vieh auf die Insel hinüber wandern, oft vom Frühjahr überrascht
werden, wenn nämlich das Eis plötzlich aufgeht, und
sodann den Sommer dort wider Willen zubringen müssen. 1 Sodann
heisst Barsa Kilmez ein Ort westlich vom Aralsee, in
der Nähe des Aibughirbusens, auf dem Karawanenwege von
Mank-kyschlak nach Urgendsch; es ist ein Moor, an dessen
gefährliche Ränder Jeder die Annäherung scheut. Der warnende
Name Barsa Kilmez erscheint sehr treffend gewählt. Alles aber,
was an Berichten über diesen Ort umläuft, der nicht gefährlicher
sein mag als hundert andere, die man sich gleichfalls zu be-1
Dr. W. F. Dahl, Bemerkungen über K. Zimmermanns Entwurf des Kriegstheaters
Russlands gegen Chiwa. Orenburg 1846, bei Stuckenberg, Hydrographie
des russischen Reichs IV, 121. Aehnlich Maksejew, Opisanie Araljskago
raorja. Zapiski geogr. obscestwa 1851, V, 47. Auf dem Wege von
Kungrat nach Kühne- Urgendsch hinter At-jolu zeigte man Vämbery die
Ruinen von Barsa-kilmez (der geht, kommt nicht wieder), ein noch in der
Gegenwart von bösen Geistern bewohntes, gefährliches Nest, wo viele
Neugierige schon ihr Leben einbüssten. Skizzen aus Mittelasien S. 115,