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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Aralseefrage.

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sollte,  kann  nicht  heraus.  Sie  ist  mit  einem  untiefen  salzigen
Wasser,  oder  vielmehr  mit  einer  breiten  salzigen  Pfütze  umgeben. ­
  Die  Insel  selbst  ist  länglich,  ihr  Umkreis  beträgt  gegen
15  Werste.  Mitten  auf  derselben  entdeckt  man  ein  grosses
altes,  nicht  hohes  Gebäude,  dessen  Erbauer  nicht  bekannt  ist.
Man  nennt  sie  auch  die  Zauberinsel,  weil  man  sie  für  eine
Wohnung  böser  Geister  hält.  Nach  der  Aussage  derjenigen
die  nicht  weit  von  der  Insel  gewesen  sind,  hört  man  dort  des
Abends  und  die  ganze  Nacht  hindurch  ein  Heulen  verschiedener
Thiere,  das  Bellen  der  Hunde  und  Geschrei  der  Nachtvögel.
Dies  Alles  bewirkt  eine  so  schreckliche  Furcht,  dass  Niemand
sich  auf  die  Insel  wagt/
Ich  constatire  zunächst,  dass  Berrasin-Gelmaz,  Barsa-Kilmesh
  und  viele  andere  ähnliche  nichts  anderes  als  mehr  minder
verderbte  Schreibungen  der  osttürkischen  und  kirgisischen  Worte
Barsa  Kilmez  sind  und  dass  diese  in  ihrer  prägnanten  Form  in  der
That  bedeuten,  wer  dahinein  käme,  kommt  nicht  heraus'.  Was  aber
ist  dies  Barsa-Kilmez?  Zunächst  giebt  es  zwei  Orte  des  Namens:
so  nämlich  heisst  eine  Insel  des  Aralsees,  welche  aber  hier
nicht  gemeint  ist  und  ihre  Benennung  davon  tragen  soll,  dass
die  Kirgisen,  welche,  wenn  der  See  gefroren  ist,  mit  ihrem
Vieh  auf  die  Insel  hinüber  wandern,  oft  vom  Frühjahr  überrascht ­
  werden,  wenn  nämlich  das  Eis  plötzlich  aufgeht,  und
sodann  den  Sommer  dort  wider  Willen  zubringen  müssen. 1  Sodann ­
  heisst  Barsa  Kilmez  ein  Ort  westlich  vom  Aralsee,  in
der  Nähe  des  Aibughirbusens,  auf  dem  Karawanenwege  von
Mank-kyschlak  nach  Urgendsch;  es  ist  ein  Moor,  an  dessen
gefährliche  Ränder  Jeder  die  Annäherung  scheut.  Der  warnende
Name  Barsa  Kilmez  erscheint  sehr  treffend  gewählt.  Alles  aber,
was  an  Berichten  über  diesen  Ort  umläuft,  der  nicht  gefährlicher
sein  mag  als  hundert  andere,  die  man  sich  gleichfalls  zu  be-1

  Dr.  W.  F.  Dahl,  Bemerkungen  über  K.  Zimmermanns  Entwurf  des  Kriegstheaters
  Russlands  gegen  Chiwa.  Orenburg  1846,  bei  Stuckenberg,  Hydrographie ­
  des  russischen  Reichs  IV,  121.  Aehnlich  Maksejew,  Opisanie  Araljskago
  raorja.  Zapiski  geogr.  obscestwa  1851,  V,  47.  Auf  dem  Wege  von
Kungrat  nach  Kühne-  Urgendsch  hinter  At-jolu  zeigte  man  Vämbery  die
Ruinen  von  Barsa-kilmez  (der  geht,  kommt  nicht  wieder),  ein  noch  in  der
Gegenwart  von  bösen  Geistern  bewohntes,  gefährliches  Nest,  wo  viele
Neugierige  schon  ihr  Leben  einbüssten.  Skizzen  aus  Mittelasien  S.  115,
            
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