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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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K  o  e  s  1  e  r.

oder  es  blieb  ihm  nichts  übrig,  als  ostwärts  an  den  Jaxartes
oder  südwärts  nach  Persien  zu  ziehen,  das  er  wegen  des  auf
ihn  lauernden  Königs  weislich  zu  vermeiden  suchte.  Weder
der  eine  noch  der  andere  Gedanke  bietet  also  einen  möglichen
Ausweg.  Weder  kann  der  Oech  der  Jaxartes  noch  der  Oxus
sein,  und  Zemarchos  Rückreise  verlief  im  Korden  des  ganzen
Gebietes  von  Chorasmien  und  Turkistän.  Man  thut  also  gut,
den  grossen  See  für  den  Balchasch,  den  Oech,  der  früher
überschritten  wurde,  als  man  an  den  ,See‘  gelangt  ist,  für  den
Ili  zu  halten.  Zemarchos  ging  von  da  durch  ein  bergiges  Land
nach  Westen  und  sein  Fluss  Ichi  ist  entweder  der  Irgiz  oder
der  Ischim.  Ueber  den  weiteren  Verlauf  der  Reise  herrscht  kein
ernstlicher  Zweifel.  Vom  Jaik  durch  die  Sümpfe  des  Manitsch
an  den  oberen  Kuban,  dann  ausweichend  vor  den  auflauernden
Persern  und  mitten  durch  das  Gebirge  an  den  Phasis  und  nach
Trapezunt  reitend,  erreichte  Zemarchos  die  befreundeten  Wasser
des  Pontos.  Georgios  aber  war  indessen  wahrscheinlich  den  östlich
vom  Aral  verlaufenden  Handelsweg,  die  Strasse  der  serischen
Kaufleute,  gezogen,  hatte  sich  an  das  caspische  Meer  und  dann
durch  die  Gebirge  ins  römische  Gebiet  geschlichen.  Die  genaueren
Umstände  können  nicht  errathen  werden.

Ein  Vertreter  der  Zeitweiligkeit  des  Aralsees  äussert  sich
im  Verlaufe  der  Beweisführung  folgendermassen:  ,Vermuthlich
fand  erst  dreissig  bis  vierzig  Jahre  nach  570,  unter  der  Regierunn
  des  Khosru  Parviz,  die  grosse  Veränderung  statt,  welche
die  Wasser  des  Oxus  von  dem  Caspisee  ablenkte  und  dem
Aral  zuwandte.  Um  jene  Zeit  war  der  Kardar-See,  gegenwärtig
der  südwestliche  Theil  des  Abughir-Sees,  der  bis  dahin  wahrscheinlich ­
  durch  den  Oxusarm  vor  Urgendsch  gespeist  worden
war,  völlig  ausgetrocknet,  und  hatte  eine  in  frühestem  Alterthume
  überfluthete  Stadt  (vielleicht  das  heutige  Berrasin  Gelmaz?)
  blossgelegt,  die  so  viele  Schätze  barg,  dass  nach  persischer
Tradition  zu  ihrer  Hebung  zwölf  Jahre  beständiger  Arbeit  erforderlich ­
  waren/  ,Dieser  Sage  erwähnt  Jakut  in  seinem  grossen
Wörterbuche  beim  Artikel  Kardar.  Die  Ruinen  des  verzauberten
Schlosses  von  Berrasin-Gelmaz  —  werden  von  Abbot  (Travels  1,
211)  auf  ein  Eiland  des  Aralsee  verlegt,  auf  Butakows  Karte
            
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